Jägertag des Hegerings Beuel

Uhu und Frettchen zum Anfassen

NIEDERHOLTORF.  Nein, der große Vogel auf Barbara Huhns Schulter war nicht ausgestopft: Uhu Cheyenne beobachtete von seinem Posten aus lässig das Treiben auf dem Jägertag des Beueler Hegerings am Niederholtorfer Waldrand, die vielen Menschen, die die Hundevorführung von Förster Bernd Sommerhäuser verfolgten oder sich an einem der Stände aufhielten.
Rollende Waldschule: Die Kinder streicheln das weiße Frettchen, während Uhu Cheyenne die Umgebung im Blick behält. Foto: Max Malsch

Das sechsjährige Männchen ist Menschen von Geburt an gewohnt. In der Umgebung hätten sich aber auch seine wild lebenden Artgenossen angesiedelt, sagte die Jägerin und Falknerin Huhn. "Die Population hat zugenommen." Das habe man festgestellt, weil die Jungen im Nest alle beringt werden. "Dafür steigt extra jemand in die Felsen."

Die Jäger des Beueler Hegerings, die den Tag ausrichteten, hatten sich mit dem Samstag einen guten Termin ausgesucht: Sonne und milde Temperaturen lockten viele Menschen in den Ennert. Sie konnten neben dem Uhu und einigen anderen lebenden Tieren an der rollenden Waldschule präparierte Waldbewohner besichtigen und sich am Stand des Regionalforstamtes Rhein-Sieg-Erft über Tier- und Pflanzenschutz schlau- machen.

Wer Hunger mitgebracht hatte, konnte Bratwurst vom Wild probieren, für die Kinder gab es Waffeln, außerdem konnte man tiefgefrorenes Wildbret für die Feiertage kaufen.

Jagd, Tiere, Hunde und Verwertung und Jagdtradition wurden präsentiert. Letztere war mit dem Bläsercorps im Hegering Beuel der Jägerschaft Bonn vertreten, der einige Fanfaren schmetterte. Nicht nur Musik: "Das Horn ist auch Signalgeber", so Sommerhäuser.

Er präsentierte mit seinem Deutschen Drahthaar Athos, was für die Ausbildung eines Jagdgebrauchshundes wichtig ist: Zum Beispiel müsse der Hund lernen, bei bestimmten Gerüchen durch absolute Reglosigkeit kundzutun, dass er etwas gewittert hat.

"Wenn auch nur die Schwanzspitze ein kleines bisschen zuckt, ist es noch nicht so ernst." Mit einem Handschuh, den der Jäger an einer Angel hin und her schleuderte, demonstrierte er, wie Hunde lernen, Haken schlagende Tiere zu fangen. Bei der Fasanenjagd gehe es darum, den geschossenen Vogel ohne Sicht zu finden. "Der Hund geht nicht aufs Auge. Er kommt nur über die Nase zum Erfolg."

Der Jagdhund lerne auch, verletztes, zum Beispiel angefahrenes Wild aufzuspüren - und dann nicht anzubellen, sondern durch Zubeißen zu verhindern, dass es zu fliehen versucht. "So ein Tier kann man nicht mehr heilen", sagte Sommerhäuser. Auch beim Tierarzt würde es letztlich eingeschläfert. Wer ein Waldtier anfährt, solle sich an die Polizei wenden, sagte Otto Löffler, Vorsitzender des Hegerings Beuel, "die kontaktiert dann den zuständigen Hegering."

Hegering Beuel
Der Beueler Hegering ist neben dem Bonner, Rheinbacher, Godesberger und dem im Vorgebirge der fünfte in der Jägerschaft Bonn. Er wurde vor rund 60 Jahren gegründet. Die Jäger sind zuständig für den Ennert sowie den Hang bis zum Rhein sowie für zwei Reviere in Vilich und Pützchen. Infos auf www.kjs-bonn.de.

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