Kiribaum-Plantage in Hoholz

Ex-Landwirtschaftsstudent pflanzte 2000 Kiribäume

HOHOLZ.  Beim diesjährigen GA-Wandertag sorgte sie für Staunen, Fragen und Rätselraten: Die Kiribaum-Plantage am Ortsrand von Hoholz. Die für diese Breitengrade ungewöhnlichen Pflanzen sind in der Region noch nahezu unbekannt. Erst seit wenigen Jahren breiten sie sich durch gewerblichen Anbau aus.

Die flächenmäßige Ausweitung des Plantagenholzes ist hauptsächlich auf einen ehemaligen Bonner Studenten zurückzuführen. Peter Maximilian Diessenbacher kam 2005 die Idee, Kiribäume zu züchten. Der Landwirtschaftsstudent begann damit, in seiner Studentenbude Stecklinge in Töpfe zu pflanzen. Sein Zimmer wurde nach kurzer Zeit zu eng für die schnell wachsenden Pflanzen. Er und seine Frau Allin Gasparian mieteten ein Gewächshaus, züchteten 15 000 Kiribäume und verkauften sie via Internet. Aus seinem ehemaligen Hobby wurde schnell eine florierende Geschäftsidee.

"Als die EU 2009 erlaubte, Bäume auch außerhalb des Waldes gewerblich für die Holzwirtschaft anzubauen, haben wir unser Unternehmen mit dem Namen 'We Grow GmbH' gegründet. Wir sind sozusagen ein Spin-Off-Unternehmen, das aus der Universität Bonn entwachsen ist", sagte Diessenbacher im Gespräch mit dem GA. Diese neue Form der nachhaltigen Holzwirtschaft vergleicht der 34-Jährige mit dem professionellen Weihnachtsbaumanbau. Die Firma We Grow mit Sitz in der Kurt-Schumacher-Straße beschäftigt mittlerweile fünf Festangestellte und acht studentische Mitarbeiter.

Den Vorteil von Kiribäumen bringt Diessenbacher auf folgenden Nenner: "Die Pflanzen wachsen pro Jahr um maximal sechs Meter und können je nach Bedarf zwischen dem 7. und 14. Jahr geerntet werden. Der Kiribaum wächst zehn Mal schneller als eine Eiche und ist der schnellst wachsende Baum der Welt." Der Hauptabnehmer von Kiriholz ist die Möbelindustrie. Das Holz ist sehr leicht und besitzt eine schöne Maserung. Aber auch Skier, Surfboards und Deko-Artikel wie Vasen werden aus Kiriholz gebaut.

Auf der fünf Hektar großen Fläche in Hoholz wurden im vergangenen Jahr 2000 Bäume angepflanzt. In der Region Bonn/Rhein-Sieg betreibt die Firma eine Gesamtfläche von zwölf Hektar, in Deutschland 130 Hektar. "Das Rheinland bietet sich wegen seiner milden Winter besonders gut für den Anbau der Kiribäume an. Wir haben unter dem Namen 'Nordmax 21' eine eigene Sortenbezeichnung", erklärte der junge Unternehmer.

Die große Fläche in Hoholz wird von Landwirt Andreas Brenner aus dem benachbarten Ort Niederscheuren betreut.

Der Kiribaum:
Der Kiribaum stammt ursprünglich aus Japan und anderen Teilen Südost-Asiens. Er wird darüber hinaus in Nordamerika und Europa als Zierbaum kultiviert. In Bezug auf den Boden ist er anspruchslos. Ein warmer, windgeschützter Standort in sonniger Lage ist wichtig für den Kiribaum, der im Winter sein Laub abwirft und bis zu 15 Meter hoch wird.

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