Spielplatz in Geislar

Keine Rutsche für 430 Kinder

Geislar.  Ein Klettergerüst, ein Wipptier, der Turm einer abgebauten Rutsche und zwei Schaukeln - das war's: Seit einem Jahr bietet der einzige Spielplatz von Geislar an der Fabristraße ein eher trauriges Bild. Zuletzt ist die Rutsche aus Sicherheitsgründen von der Stadt abgebaut worden. Eltern wie Kinder sind frustriert. Und das sind nicht wenige. Von den rund 2500 Einwohnern Geislars sind 430 Kinder im Alter von null bis 15 Jahren.
Spartanische Ausstattung: Mit einem Wipptier und einem Holzturm ohne Rutsche müssen sich Eltern und Kinder auf dem Geislarer Spielplatz an der Fabristraße begnügen.
							Foto: Doris Pfaff
Spartanische Ausstattung: Mit einem Wipptier und einem Holzturm ohne Rutsche müssen sich Eltern und Kinder auf dem Geislarer Spielplatz an der Fabristraße begnügen. Foto: Doris Pfaff

Viele Eltern helfen sich schon lange selbst und haben ihre Gärten vollgestopft mit Spielgeräten. Denn besonders attraktiv war der Spielplatz schon vorher nicht. Vor zehn Jahren gab noch für den Kleinkinderbereich mehrere Spielgeräte, die im Laufe der Zeit ersatzlos verschwanden.

Dabei gilt Geislar als Zuzugsgebiet, vor allem für junge Familien. Trotz der fehlenden Attraktivität ist der Spielplatz allein aufgrund seiner zentralen Lage dennoch beliebter Treffpunkt für Kinder und ihre Eltern. Schließlich grenzt der Spielplatz direkt an den Dorfplatz und liegt in Nähe des Kindergartens. Hier können die Kinder sich mit anderen treffen und spielen und Eltern sich austauschen. Aber gerade für kleine Kinder gibt es nur den Sand und ein Wipptier.

Carolin Klusowski, die mit Sohn Knut hierher kommt, würde sich schon freuen, "wenn der Platz gepflegter und das hohe Gras zwischen den Wegplatten entfernt würde". Dann könnten die Kinder dort mit dem Bobbycar fahren. "Ein kleines Klettergerät für die Kleinen, das wäre schön", sagt Jenni Kaminski, die mit ihren Töchtern Johanna und Lisa dort spielt. Und "ganz schnell eine Rutsche", wünscht sich Caroline Merheb für ihre Tochter Marianna.

Potenzial für mehr hat der Spielplatz jedenfalls: Er ist großzügig geschnitten, gut einsehbar, verfügt über Bänke und durch hohe Bäume über ausreichend Schatten im Sommer. Der Platz ist deshalb auch beliebt, weil er genug Raum für mehrere Altersgruppen bietet. Abgetrennt vom Spielplatz steht eine Tischtennisplatte, die trotz ihrer eigentlich kaum mehr bespielbaren Oberfläche immer noch gerne von Kindern genutzt wird. Regelmäßig fährt das Spielmobil Moritz der Stadt Bonn und der Verein Kleiner Muck den Dorfplatz an, stellt Spielfahrzeuge zur Verfügung und sorgt so für weitere Belebung.

Das alles bestätigt auch David Baier vom Amt für Stadtgrün der Stadt Bonn. "Aber beim Geislarer Spielplatz müssen wir auch die tollen Gegebenheiten vor Ort berücksichtigen. Es muss nicht immer ein vollgepfropfter Spielplatz sein. Hier gibt es eine tolle Grünanlage und eine richtige große Fläche, wo die Kinder spielen können." Die Rutsche habe aus Sicherheitsgründen abgebaut werden müssen. Einen Ersatz soll es in 2013 geben, dann auch in Absprache mit Eltern und Kindern des Ortes. Aber, so betont Baier, ein Spielplatz dürfe nicht ausschließlich an seinen Geräten gemessen werden.

Trotzdem, ein Wipptier für so viele Kinder ist zu wenig und der Platz derzeit als reiner Spielplatz weniger verlockend. Selbst die Geislarer Kindergartenkinder kommen nicht. Wegen einer einjährigen Umbauphase haben die 45 Kinder derzeit ihr Domizil im Jugendhaus in Geislar bezogen. Gespielt wird auf dem Kirchplatz davor.

Der nur einen Steinwurf entfernte Spielplatz kommt für Karin Scherer, Leiterin der Kita St. Joseph, nicht in Frage: "Wir würden ihn wirklich gerne nutzen, aber so unattraktiv wir er ist, spielen die Kinder lieber hier auf dem Kirchplatz." Nachfrage ist also vorhanden, es fehlt nur das Angebot. Baier verspricht, dass er und seine Mitarbeiter noch einmal prüfen werden, ob sich die Neugestaltung nicht beschleunigen lasse: "Aber dieses Jahr wird das definitiv nichts mehr."

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