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Rheinufer Beuel
Rund 50 Friedensaktivisten demonstrierten für eine Welt ohne Atomwaffen
Von Sonja Riedel
BEUEL. Schon von der Kennedy-Brücke aus konnte man die Regenbogenfahnen am Beueler Rheinufer sehen, wo sich am Montagabend am Gedenkstein rund 50 Friedensaktivisten versammelt hatten, um zum 67. Jahrestag der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki der Opfer zu gedenken und für eine atomwaffenfreie Welt einzutreten.
Am Gedenkstein: Friedensaktivisten bei einer Schweigeminute für die Opfer der Atombomben auf Japan vor 67 Jahren. Foto: Max Malsch
Gemeinsam schmückten sie das Mahnmal mit Blumen und legten eine Schweigeminute für die Getöteten und die Strahlenopfer ein. "Der deutsche Atomwaffenverzicht gilt nur für das Inland, aber im Ausland bauen wir an der Bombe", sagte Robert Nicoll von der Friedensinitiative Beuel und prangerte die Verstrickung mehrerer deutscher Landesbanken und Privatbanken in die Atomfinanzierung an: "Das liest sich wie ein 'Who is Who' der Finanzwelt."
Zusammen mit den Internationalen Ärzten zur Verhütung des Atomkriegs und der deutschen Friedensgesellschaft Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen ist es Nicoll ein Anliegen, an die Gefahren zu erinnern, die von Atomwaffen immer noch ausgehen. Er erinnerte: "Es wird zwar abgerüstet, aber gleichzeitig werden die Sprengköpfe immer weiter verbessert. Und immer mehr Staaten streben nach der Atombombe." Spontaner Applaus folgte dem Vorwurf, dass amerikanische Atombomben nach wie vor im rheinland-pfälzischen Büchel stationiert sind und dass die BRD auf sie Zugriff hat.
Über zweihundert Kraniche haben deswegen die Schüler der Gesamtschule Beuel und die Pädagogische Ambulanz des Kinderheims Probsthof gebastelt; sie zieren den Baum vor dem Gedenkstein noch bis morgen, dem Tag des Bombenabwurfs über Nagasaki. Der Brauch geht zurück auf das kleine Mädchen Sadako Sasaki, das verstrahlt an Leukämie erkrankte und wie in einer japanischen Legende 1000 Kraniche falten wollte, damit die Götter ihr einen Wunsch gewährten: Gesundheit.
"Inspiriert hat die Schüler der Besuch eines Trägers des Alternativen Nobelpreises an unserer Schule", erklärte Bärbel Jakob, Lehrerin an der IGS Beuel. Ihre Klasse 8F hat besonders viele Kraniche gebastelt, auch Kollegen haben sich beteiligt. Sie sagt: "Wir wollten damit noch einmal anschließen an das wunderbare Engagement der Beueler Bürger am 1. Mai. Es war schön, die Kraft dieser Gemeinschaft zu spüren."
Abschließend gab Lehrer und Autor Peter Deteren ein Gedicht zum Besten: "Nur atomarer Staub bleibt von uns zurück", so ein Vers, der die allgemeine Sorge ausdrückt, "Wer stellt dem Goliath ein Bein?" - eine Frage, die offenbleibt.
Artikel vom 07.08.2012
Stadtbezirk Beuel
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