Heimatmuseum Beuel: Neues Dach für alte Maschinen | GA-Bonn

Heimatmuseum Beuel

Neues Dach für alte Maschinen

BEUEL.  Mitglieder des Technischen Hilfswerks haben am Beueler Heimatmuseum einen Unterstand für Ausstellungsstücke gebaut. Das erste, das dort jetzt zu sehen ist, ist eine alte Prägemaschine der Firma A.W. Andernach.

Ein neues Dach hat das Heimatmuseum bekommen. Mitglieder des THW haben es aufgebaut, darunter sollen nun historische Beueler Industriemaschinen ausgestellt werden. Foto: Max Malsch

An vier Samstagen hatten die Mitglieder des Technischen Hilfswerks Beuel gesägt und gezimmert, genauso lange brauchten sie, um das Ergebnis auf dem Gelände des Beueler Heimatmuseums mit Kranwagen und Baugerüst aufzustellen. Das Werk ist endlich vollbracht: Hinter der Scheune steht nun ein Schleppdach, unter dem der Heimat- und Geschichtsverein besondere Exponate unterstellen kann.

Eins steht schon: Eine Prägemaschine der Firma A.W. Andernach, die damals Dachpappen herstellte. "Damit wurde ein spezielles Pappenprofil hergestellt, das auch patentiert ist", erklärt Museumsleiter Hans Lennarz. Das Unternehmen Andernach sei nicht irgendeins gewesen, so Lennarz: "Das war eine Weltfirma." Die Maschine ist das erste Ausstellungsstück zum Thema historische Beueler Industrie, deren Dokumentation sich der Heimatverein nun verstärkt widmen will.

Für einige weitere Ausstellungsstücke ist unter dem Dach noch Platz. Dieses wurde als Jugendprojekt maßgeblich vom THW-Nachwuchs hergestellt, natürlich unter fachkundiger Anleitung. "Am besten war das Nageln", sagt Dennis, zehn Jahre alt und seit 2011 beim Hilfswerk. "Es hat einfach Spaß gemacht mitzuhelfen."

Aus Sicht der THW-Profis war das aber mehr als Spaß, sondern auch eine Übung für Aufgaben, die zum Notfallrepertoire gehören. "In diesem Fall das Abstützen und Aufschneiden von einsturzgefährdeten Gebäuden", sagt der Beueler THW-Ortsbeauftragte Michael Thielges. Daneben seien aber auch das Erlebnis Teamarbeit und das reine Erfolgserlebnis, an der Errichtung dieses Bauwerks mitgeholfen zu haben, für die Jugendlichen sehr wichtig.

Die Vorbereitungen - Zuschneiden, Lackieren und dergleichen - fanden beim THW in Vilich-Müldorf statt. Beim Museum wurden die einzelnen Bauteile erst zu einem Gerüst zusammengefügt, dann das Fundament passend dazu gegossen, alles nach dem Bauplan des Architekten Jan van Dorp und den Angaben des Statikers Albert Hieronymi. "Die haben das alles ehrenamtlich gemacht", lobt Lennarz.

Das Ganze hatte mehr als 30 000 Euro gekostet, 50 Prozent davon hatte der Landschaftsverband Rheinland zugeschossen, daneben gab es Spenden von Firmen und die Möglichkeit, Materialien günstig einzukaufen. Für Lennarz war diese Unterstützung genauso viel wert wie das fertige Dach: "In Beuel kennt jeder jeden, und jeder hilft jedem." Die Verbindung zum THW bestehe schon ewig, sagt Gertrude Jöbsch, Vorsitzende des Heimatvereins.

Jetzt steht also das Dach. "Wir sind froh, dass wir Fachleute dabei hatten", sagt Lennarz. "Wir haben gestaunt, welche Geräte dem THW zur Verfügung stehen." Rundherum ist aber noch einiges zu tun, denn die Außenfläche ist zum Teil überwuchert und nicht sehr attraktiv.

Einige Ausstellungsobjekte liegen dazwischen verstreut, zum Beispiel ein alter Anker und Bergbauschienen. Die sollen unter dem Dach aufgestellt werden. Auch das letzte Firmenzeichen der Firma A.W. Andernach steht dem Museum zur Verfügung, es soll laut Reinhold Schmerbeck vom Heimatverein an den Schrägdachpfeilern entlang des Holzzauns an der Steinerstraße angebracht werden.

"Wir haben jetzt die Voraussetzung für die weitere Planung geschaffen", so Lennarz Für die Gestaltung der Außenfläche wolle man sich mit einem Landschaftsarchitekten zusammensetzen.

Das neue Dach kann man sich bei einem Museumsbesuch in der Wagnergasse 2 anschauen. Das Museum ist mittwochs, samstags und sonntags jeweils von 15 bis 18 Uhr geöffnet, Informationen gibt es unter der Telefonnummer 0228/463074 sowie auf www.hgv-beuel.de.

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