Kurzfilpremiere in Beuel

Mit Hans versuchen zwei Wachtberger Freunde ihr Glück

WACHTBERG/BEUEL.  Eine starke Bildsprache, ein klarer Ton, ein sauberer Schnitt und nicht zuletzt überzeugende Schauspieler. Wer im Kino der Beueler Brotfabrik die Premiere des komödiantischen Kurzfilmes "Hans im Glück" sah, kam in den Genuss erstklassiger Filmkunst.
Die Filmemacher: (von links) Bo Riedel Petzold, Konstantin Morfopoulos, Marius Friedrich.
								Foto: Maximilian Mühlens
Die Filmemacher: (von links) Bo Riedel Petzold, Konstantin Morfopoulos, Marius Friedrich. Foto: Maximilian Mühlens

Was höchst professionell aussah, war das Ergebnis einer mühevollen und intensiven Arbeit von Marius Friedrich und Bo Riedel Petzold. "Wir haben lange auf diesen Zeitpunkt hingearbeitet. Bis heute Morgen um 5 Uhr haben wir am Film gearbeitet", sagte Friedrich bei der Begrüßung des zahlreich anwesenden Publikums.

Bo und Marius aus Wachtberg, beide 22 Jahre alt, sind seit der Grundschulzeit dicke Freunde und haben ein großes gemeinsames Hobby: Film. Die Rollen sind dabei klar verteilt: Marius führt Regie und schreibt das jeweilige Drehbuch, Bo fängt die Sequenzen mit der Kamera ein und übernimmt die Postproduktion des Materials. Marius arbeitet derzeit als Produktionsfahrer in München, möchte später Regie studieren, Bo studiert derzeit Biotechnologie in Jena, schließt einen beruflichen Wechsel zum Film aber nicht aus.

Ohne ihren großen Freundeskreis ließe sich allerdings keiner der Filme realisieren. Die Schauspielrollen, die Regieassistenz und die "künstlerische Untermalung" übernehmen stets Freunde der beiden Filmemacher. So vereinen sich die verschiedensten Talente in einem Kurzfilm - so auch bei ihrem neuesten Werk "Hans im Glück", das in Anlehnung an das gleichnamige Märchen entstanden ist.

Ein musisch-begabter Freund steuerte die Filmmusik bei, ein anderer fertigte für einige Sequenzen Zeichnungen an. Und der Jung-Schauspieler Konstantin Morfopoulos (Junges Theater Bonn) übernahm die Hauptrolle des Hans.

Als Dank für die Mitwirkenden, aber auch um den eigenen Film einmal auf Großleinwand zu sehen, mieteten die beiden Filmemacher kurzerhand das Kino in der Brotfabrik an.

Der Kurzfilm im Internet:

 

Zur Handlung: Hans, dem nach einer schlechten Party die Blase drückt und der deswegen unbedingt eine Toilette aufsuchen muss, findet am Straßenrand die vermeintliche Erlösung: ein Dixi-Klo. Doch bevor er es betritt, verspricht ihm der Toilettenmann, dass er auf dem stillen Örtchen das "Glück" finden werde.

Ein wenig irritiert betritt er die Box und findet einen Goldklumpen - eine Reise an die verschiedensten Orte beginnt. Mal wird er in einen Wald gebeamt, mal zu einer Pokerrunde oder mitten in eine Party - sein dringendes Geschäft kann er aber nicht verrichten. Erst als er einen großen Stein in einem Fluss versenkt, kann er sich seiner drückenden Last entledigen.

So amüsant wie der Plot war auch die Themenfindung für die beiden Filmemacher. "Während Bo zehn Verben aufgeschrieben hat, habe ich zehn Drehorte aufgeschrieben. So standen »Beamen« und »Dixi-Klo« auf unserer Liste", sagte Marius, der die Geschichte daraufhin weiterschrieb.

Gedreht wurde im vergangenen Sommer an insgesamt neun Drehtagen in Wachtberg und Ahrweiler. Einen ersten Erfolg können die jungen Filmemacher auch schon verbuchen: Für ihren Kurzfilm "Waldodyssee" haben sie bei einem Wettbewerb der Initiative "Wir sind Wald" im vergangenen Jahr den ersten Platz in der Kategorie Amateure gewonnen.

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