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Dominoeffekt in der "Beueler Bütt"
Marode Umkleidekabinen müssen nach Einsturz ausgetauscht werden
Von Christoph Löhr
BEUEL. Bei routinemäßigen Renovierungsarbeiten sind am Montag in der "Beueler Bütt" rund ein Dutzend der gekachelten Kabinen kollabiert. Ersatz kommt jetzt aus dem Viktoriabad.
Lagebesprechung inmitten der eingestürzten Kabinen: Sport- und Bäderamtsleiter Martin Herkt (links) und SGB-Abteilungsleiter Thomas Frenzel. Foto: Max Malsch
Seinen Dienstantritt als Amtsleiter des Sport- und Bäderamtes zu Wochenbeginn hat sich Martin Herkt bestimmt anders vorgestellt - zumindest beschaulicher. So aber enthielt gleich eine der ersten Nachrichten im Posteingang seines brandneu eingerichteten E-Mail-Kontos unerfreuliches Bildmaterial: Fotos von eingestürzten Umkleidekabinen im Hallenbad Beuel.
Die Folgen eines solchen Vorfalls während des regulären Betriebes möchte sich Herkt nach eigenem Bekunden lieber nicht ausmalen. Weil das Bad für Publikumsverkehr ferienbedingt geschlossen war, kann er ohnehin von Glück im Unglück sprechen. Auch unter den mit der Renovierung betrauten Arbeitern kam niemand zu Schaden.
"Während der Sommerpause sollten unter anderem die metallenen Stützfüße der Umkleidekabinen ersetzt werden", erklärt Thomas Frenzel, Abteilungsleiter des Städtischen Gebäudemanagements (SGB). "Dabei hat eine der Wände nachgegeben und die anderen in einer Art Dominoeffekt mitgerissen." Um weitere Kettenreaktionen dieser Art zu vermeiden, wurden alle anderen Kabinen im Anschluss an den Einsturz demontiert.
Nach einer ersten Inaugenscheinnahme durch den hinzugezogenen Bonner Statikexperten Jorge Joaquim werden sie nicht wieder in Betrieb genommen. Dessen Urteil zufolge hat die feuchte, chlorhaltige Schwimmbadluft auch den vermeintlich intakten Kabinen erheblich zugesetzt. Weil ihr Zustand dementsprechend ähnlich schlecht ist wie der der Eingestürzten, müssen sie ebenfalls ausgetauscht werden.
Ersatz für die ausrangierten Kabinen ist bereits gefunden: Umkleiden aus dem Viktoriabad werden die unfreiwillig entstandenen Lücken schließen. In zeitgemäßer Leichtbauweise konstruiert, befänden sich diese im Vergleich zu ihren Beueler Pendants in hervorragendem Zustand. Und zudem, so Thomas Frenzel, schlage diese Lösung gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Zum einen sei der Aus- und Wiedereinbau dieser Kabinen zeitnah und zum anderen relativ kostengünstig zu bewerkstelligen.
So wird die "Beueler Bütt" schon zum Ende ihrer Sommerpause wieder komplett mit Umkleidekabinen ausgestattet sein, das Budget des Sport- und Bäderamtes dabei aber nicht über Gebühr belastet werden. "Die Kosten, diesen Schaden zu beheben, liegen im niedrigen fünfstelligen Eurobereich", schätzt Thomas Frenzel.
Doch mit dem Ersatz der Kabinen im Hallenbad Beuel alleine ist es nach Ansicht von Martin Herkt nicht getan. So nimmt das Sport- und Bäderamt das Ereignis vom Wochenbeginn zum Anlass, alle Schwimmbäder in ihrem Einzugsgebiet auf vergleichbare Unfallrisiken zu untersuchen.
Im Sinne der Sicherheit aller Badegäste werden die verschiedenen Anstalten im Verlauf der nächsten Tage somit Besuch von Mitarbeitern des Städtischen Gebäudemanagements und externen Spezialisten wie dem Statiker Jorge Joaquim erhalten. Schließlich sollen sämtliche Bonner Bäder und ihre Besucher künftig von Dominoeffekten jeglicher Art verschont bleiben.
Artikel vom 02.08.2012
Stadtbezirk Beuel
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