Bürgerantrag aller Beueler Grundschulen

"Die Beueler Bütt muss erhalten bleiben"

BEUEL.  Lehrer und Eltern aller Beueler Grundschulen fordern in einem Bürgerantrag den Erhalt des Hallenbads "Beueler Bütt" in der Goetheallee. Damit reagiert die rechtsrheinische Schullandschaft auf die Diskussion um die möglichen Bäderschließungen im Stadtgebiet.
Schwimmunterricht im Beueler Hallenbad: Nicht nur Klaus Pott vom Verein SC Rhenus, auch alle Beueler Grundschüler sind auf die 'Bütt' angewiesen.
								Foto: Horst Müller
Schwimmunterricht im Beueler Hallenbad: Nicht nur Klaus Pott vom Verein SC Rhenus, auch alle Beueler Grundschüler sind auf die 'Bütt' angewiesen. Foto: Horst Müller

Nach dem Willen der schwarz-grünen Mehrheit im Stadtrat soll 2013 mit Hilfe einer Bürgerbefragung entschieden werden, ob die Bonner lieber Hallenbäder schließen würden oder alternativ höhere Eintrittspreise bezahlen wollen. Die Bezirksvertretung Beuel wird sich morgen in der letzten Sitzung des Jahres damit beschäftigen.

Mit großer Sorge verfolgen die Lehrer und Eltern die kontroverse Debatte über das Bäderkonzept. Ein Abriss der "Beueler Bütt" käme für die Antragsteller nur dann in Frage, wenn ein neues Hallenbad neben dem Ennertbad gebaut würde. Nach Ansicht der Eltern und Pädagogen hätte ein ersatzloser Abriss des Bads noch stärkere Einschnitte beim Schulschwimmen zur Folge.

Nach Auskunft von Mareike Pepping, Leiterin der Adelheidis-Gemeinschaftsgrundschule in Vilich, ist es jetzt schon wegen der Schließung des Beueler Hallenbades in den Sommermonaten so, dass manche Grundschulen ihren Schülern maximal nur ein Schulhalbjahr lang Schwimmunterricht anbieten können. In Beuel findet der Schwimmunterricht im Winterhalbjahr in der "Beueler Bütt" und in den Sommermonaten im Ennert-Freibad statt.

Wenn der Sommer verregnet sei, so Pepping, falle entsprechend viel Schwimmunterricht aus, so dass unter Umständen eine Klasse nur selten zum Zuge käme. "Diese Situation ist sehr unbefriedigend, vor allem wenn man die alarmierenden Zahlen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft betrachtet. Laut einer DLRG-Studie aus dem Jahr 2010 können heute nur noch 45 Prozent der Kinder Ende der vierten Klasse annähernd sicher schwimmen. Noch vor 20 Jahren waren es 65 Prozent", schreibt Mareike Pepping stellvertretend für alle Beueler Grundschulen in ihrem Bürgerantrag.

Die Schulleiterin warnt davor, dass so das vom Schulministerium NRW ausgegebene Lernziel nicht erreicht wird. Und das lautet: "Jedes Kind soll am Ende der Grundschulzeit schwimmen können. Schwimmen können heißt, dass es sich möglichst angstfrei ohne Fremdhilfe in schwimmtiefem Wasser fortbewegen kann." Laut Lehrplan sollen Grundschüler mindestens ein Schuljahr lang eine Wochenstunde Schwimmunterricht erhalten.

Das bedeutet nach Auskunft von Pepping im Schnitt 40 Stunden Unterricht. "Das wird bei einigen Grundschulen bei der derzeitigen Regelung nicht erreicht", heißt es in dem Antrag. Beueler Eltern würden schon die Initiative ergreifen und Schwimmkurse für ihre Kinder buchen. Die Angebote seien jedoch sehr begrenzt, so dass Eltern bereits auf das Königswinterer Schwimmbad ausweichen.

Deshalb plädieren die Lehrer und Eltern aller Beueler Grundschulen dafür, die vor wenigen Jahren erst energetisch sanierte "Beueler Bütt" zu erhalten. Sinnvoll wäre es nach Ansicht der Lehrer und Eltern, das Hallenbad für den Schwimmunterricht sogar in den Sommermonaten zu öffnen.

Info: Die öffentliche Sitzung der Bezirksvertretung beginnt am Mittwoch um 17 Uhr im Beueler Rathaus, Friedrich-Breuer-Straße 65.

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