Gemeinnützige Werkstätten feiern Jubiläum

Zweieinhalb Millionen Sendungen pro Jahr

Johannes Schmitz (l.) hilft in der Elektroabteilung der Werkstätten einem Mitarbeiter.

Johannes Schmitz (l.) hilft in der Elektroabteilung der Werkstätten einem Mitarbeiter.

Beuel. Die Gemeinnützigen Werkstätten Bonn (GVP) feierten am Freitag ihr 25-jähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür. 460 Mitarbeiter gibt es aktuell an den zwei Standorten an der Maarstraße und am Pfaffenweg.

"Und das soll nach weißer Schokolade schmecken - klingt doch lecker", erläuterte Maik Burghofer aus der Abteilung "Versand 6" seinen Zuhörern: Die Gemeinnützigen Werkstätten Bonn (GVP) feierten am Freitag ihr 25-jähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür und der 25-Jährige erläuterte einer Besuchergruppe seine Tätigkeit: das Konfektionieren und Versenden von Nahrungsergänzungsmitteln an Kunden in der ganzen Welt.

Jede halbe Stunde machte sich eine Besuchergruppe vom Foyer aus auf den Weg, um den Teilnehmern einen Einblick in die Arbeit des Versand- und Logistikunternehmens zu geben. An zwei Standorten - an der Maarstraße und am Pfaffenweg - sorgen zurzeit 460 Mitarbeiter mit einer psychischen Erkrankung dafür, dass jedes Jahr zweieinhalb Millionen Aussendungen mit 65 Millionen konfektionierten Artikeln ihr Ziel erreichen.

Trotz namhafter Kunden und europaweiter Ausschreibungen zum Beispiel für den Versand von Flyern oder Broschüren der Bundesregierung stehen bei der GVP nicht die betriebswirtschaftlichen Ziele im Vordergrund, sondern die individuelle Förderung und die berufliche Re-Integration von psychisch erkrankten Menschen. Und deren Arbeit interessiert offenkundig viele: Bis zu 30 Teilnehmer machten sich mit Führern wie Anja Höhler vom sozialen Dienst des Unternehmens auf den Weg, um den Alltag der Beschäftigten und die Arbeit des Unternehmens kennenzulernen. Gemeinsam mit Elke Kulnig vom Werkstattrat beantwortete die 46-jährige Diplom-Pädagogin kundig alle Fragen der Besucher.

Deren Motivation, sich das Unternehmen anzuschauen, reichte vom Netzwerken bis zum Besuch von Bekannten oder Angehörigen: "Ein guter Freund von mir arbeitet hier im Versand 2, und da ich schon immer mal sehen wollte, was er genau macht, habe ich gerne die Gelegenheit ergriffen", erklärte Tina Rinke den Grund ihres Besuchs. "Die Tätigkeiten sind viel komplexer als man denkt", so die Rheinbacherin.

Etwa eine halbe Stunde dauerte eine Führung: "Hier würde ich mich auch nach zehn Jahren Arbeit noch verlaufen", zeigte sich Christel Groneberg von den Dimensionen der zwei Gebäudekomplexe beeindruckt: "Ich finde es spannend, dass selbst ich bei der Führung noch Neues entdecken kann", so die Ombudsfrau des Trägers "Bonner Verein", die unter anderem mit dem Werkstattrat zusammenarbeitet.