Männer von Unbekanntem verletzt

Zwei Angriffe innerhalb weniger Tage in Beuel

Am Rheinufer nahe der Königsheimstraße saß ein 27-Jähriger auf einer Bank, als ein Mann ihn plötzlich angriff.

Am Rheinufer nahe der Königsheimstraße saß ein 27-Jähriger auf einer Bank, als ein Mann ihn plötzlich angriff.

Bonn. In Beuel sind in den vergangenen Tagen zwei Menschen ohne erkennbaren Anlass mit spitzen Gegenständen von einem bislang Unbekannten hinterrücks verletzt worden. Der Täter könnte in beiden Fällen derselbe sein.

Innerhalb weniger Tage sind zwei Menschen in Beuel hinterhältig attackiert und verletzt worden. In beiden Fällen nutzte der Einzeltäter spitze Gegenstände und verletzte seine Opfer an Hals, Schulter und Gesicht. Die Bonner Polizei schließt nicht aus, dass es sich um ein und denselben Angreifer handeln könnte. "Das Kriminalkommissariat 11 hat die Ermittlungen übernommen", sagt Polizeisprecher Robert Scholten. Damit räumt die Behörde den Taten eine große Bedeutung ein: Das KK 11 ist unter anderem für Tötungsdelikte zuständig.

Nicht nur die Täterbeschreibungen der beiden Attacken seien ähnlich, sondern auch die Vorgehensweise. So soll der Angreifer zuvor mehrfach an den späteren Opfern vorbeigegangen sein und Blickkontakt gesucht haben. Der Angriff kam von hinten, in beiden Fällen mit einem messerartigen Gegenstand im Bereich des Oberkörpers. Zudem liegen die Tatorte nur wenige Hundert Meter weit auseinander. "Es gibt aber auch Details bei beiden Taten, die nach jetzigem Ermittlungsstand nicht zwingend für einen Zusammenhang sprechen", sagt Scholten.

Am Montag war gegen 22 Uhr ein 27-Jähriger am Beueler Rheinufer attackiert worden. Er saß mit seiner Freundin in der Verlängerung der Königsheimstraße auf einer Bank. Dann bemerkten die beiden einen Mann, der mehrmals an ihnen vorbeiging. Das Paar und der Mann kannten sich nach Angaben der Polizei nicht. Schließlich näherte sich der Unbekannte von hinten und und verletzte den 27-Jährigen mit einem messerartigen Gegenstand an der Schulter und am Hals. Der Täter flüchtete in Richtung Ringstraße, das Opfer rettete sich in das St. Josef-Hospital.

Angriff vor dem Schnellrestaurant

Der andere Fall: Am Samstag, 3. August, wartete ein 30-Jähriger im Außenbereich eines Schnellrestaurants am Konrad-Adenauer-Platz auf seine Bestellung, als ihm ein Mann auf der anderen Straßenseite auffiel. Der Unbekannte schaute ihn immer wieder an. Plötzlich stand er neben ihm am Tisch, zückte einen scharfen Gegenstand und verletzte den Wartenden im Gesicht. Anschließend lief der Täter in Richtung Limpericher Straße davon. Obwohl das Opfer den Mann bis zur Kreuzung Konrad-Adenauer-Platz/Limpericher Straße verfolgte, konnte er entkommen.

In beiden Fällen wird der Täter als "südländischer Typ" beschrieben, der hager, etwa 20 bis 35 Jahre alt und zwischen 1,60 und 1,80 Meter groß sein soll. Unterschiedlich sind jedoch die Angaben zu Kleidung und Bart: An jenem Samstag trug der Täter eine helle Jacke, eine dunkle Hose, dunkle Schuhe sowie eine dunkle Umhängetasche und hatte einen Kinnbart. Am Montag hatte er nach Zeugenangaben einen kurzen Bart und war mit einer dunkelblauen Jogginghose, einem dunklen Käppi und blauen Oberteil bekleidet.

Rund um die Tatorte sind die Anwohner besorgt - auch wenn die Straßenkriminalität laut Polizeistatistik rückläufig ist. Im Schnellrestaurant hatte zwar niemand den Angriff gesehen, allerdings kam das Opfer später zurück, um seine Rechnung zu bezahlen. "Er hatte einen tiefen Schnitt im Gesicht", erzählt ein Mitarbeiter. Während die einen sich nicht von dem Vorfall beunruhigen lassen, sind andere aufgeschreckt. "Man muss mittlerweile vorsichtig sein, wenn man rausgeht", so ein Angestellter. "Hier am Rheinufer und auch in ganz Beuel ist es gefährlicher geworden", sagt eine ältere Dame, die in der Nähe der Königsheimstraße wohnt. Sie gehe deshalb ungerne alleine vor die Tür - sobald es dunkel wird, gar nicht mehr. "Früher bin ich morgens immer spazieren gegangen, das traue ich mich heute nicht mehr." Zudem wurde in ihre Wohnung eingebrochen. "Man fühlt sich einfach unsicher und unwohl. Erst recht, wenn man von solchen Vorfällen hört."

Hinweise nimmt die Polizei unter 0228/150 entgegen.