Bauplanung für das Areal Ledenhof

Zu dicht, zu hoch, zu viel Verkehr

Die Vertreter von Verwaltung, Landschaftsverband Rheinland und der Wohnungsbaugesellschaft NCC stellen sich den Fragen und der Kritik von rund 120 Bürgern bei der Informationsveranstaltung zum Ledenhof im Beueler Ratsaal.

BEUEL. Zu dicht, zu hoch, zu viel Verkehr - so lassen sich die Bedenken vieler Anwohner hinsichtlich der Planungen für die Umgestaltung des Ledenhof-Geländes in Vilich zusammenfassen.

Eine Bürgerinformation zum Thema ist am Donnerstagabend auf reges Interesse gestoßen: Rund 120 Menschen kamen ins Beueler Rathaus, wo die Stadt, der Landschaftsverband Rheinland (LVR) als Träger der Einrichtung "Ledenhof" und die NCC Deutschland GmbH als zukünftige Grundstückseignerin die vorläufige Planung für das Gelände vorstellten.

Nach Wunsch des LVR und des Investors soll die Behindertenwohnanlage in ein Wohnquartier für Menschen mit und ohne Behinderung umgewandelt werden. Viele Anwesende begrüßten, dass der LVR den dort lebenden Menschen mit geistiger Behinderung ein Leben nach aktuellen Standards ermöglichen will und dabei auf ein inklusives Konzept setzt. Allerdings äußerten die Anwohner zahlreiche Bedenken gegen das Bauvorhaben in seiner aktuellen Form.

Vor allem das zu erwartende größere Verkehrsaufkommen macht den Anwohnern Sorgen. Das Wohnquartier soll östlich an die Stiftsstraße angeschlossen werden, der westliche Teil an die Straße Am Ledenhof. "Dort ist jetzt schon ein Nadelöhr", sagte eine Anwohnerin. "Das wird ein Verkehrschaos geben." Auch an der Stiftsstraße fürchten die Anwohner den wachsenden Verkehr. Der soll laut Berechnungen der Stadtverwaltung insgesamt um rund 640 Fahrten am Tag steigen. Laut Gutachten sei das aber immer noch vergleichsweise wenig, hieß es.

Anwohner kritisieren zudem, dass zur Stiftsstraße hin fünf große, dreigeschossige Gebäude mit ausgebautem Dach vorgesehen sind. "Es handelt sich um ein heute relativ offenes Grundstück, das viel zu dicht bebaut werden soll", sagte Carl Jakob Bachem, Vorsitzender des Denkmal- und Geschichtsverein Bonn-Rechtsrheinisch, und erntete für diese Meinung jede Menge Applaus. Er kritisierte außerdem, dass der Blick auf die historische Stiftskirche durch die geplante Bebauung versperrt werde.

Nach dem Abriss soll auf der Fläche zwischen Stiftsstraße und Vilicher Bach Wohnraum für 310 Menschen geschaffen werden. Geplant sind 18 Wohnungen für den LVR, neun Wohnungen für Mehrgenerationenwohnen, 20 Mietwohnungen, 30 Eigentumswohnungen, 16 Reihenhäuser, 22 Doppelhaushälften und sechs frei stehende Einfamilienhäuser.

Hinzu kommen eine Kita, ein Heilpädagogisches Zentrum und ein Café. Die "Wahlverwandtschaften" wollen das Mehrgenerationenwohnen übernehmen, die Vebowag den öffentlich geförderten Wohnungsbau. Noch befindet sich das Projekt in einer sehr frühen Phase.

Am Mittwoch, 12. März, berät erst einmal die Bezirksvertretung Beuel ab 17 Uhr im Beueler Rathaus über die Baupläne für das Areal am Ledenhof.