Großer Einkaufsmarkt und 60 Wohnungen

Zirkuswiese in Pützchen wird bebaut

Zukunft der Zirkusplatzes in Beuel

Zukunft der Zirkusplatzes in Beuel

Pützchen. Die Pläne für das 10.722 Quadratmeter große, freie Areal im Zipfel zwischen Siegburger Straße und Autobahn 59 sind einen Schritt weitergekommen. Dort soll ein großer Einkaufsmarkt entstehen.

Die Pläne für das 10.722 Quadratmeter große, freie Areal im Zipfel zwischen Siegburger Straße und Autobahn 59 sind einen Schritt weitergekommen.

Seit acht Jahren steht der Investor, die Ten Brinke Group, sowie die Bosau Lammerz Projektentwicklung BLI in den Startlöchern. Wie berichtet, soll auf der Wiese nordwestlich der Anschlussstelle Pützchen, wo oft Zirkusse oder Hüpfburglandschaften stehen, ein großer Einkaufsmarkt gebaut werden. Eine entscheidende Hürde wurde jetzt in den politischen Gremien mit dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan genommen. Die Bezirksvertretung Beuel votierte einstimmig.

Allerdings hatte Dieter Schaper (SPD) einen Makel in der Verwaltungsvorlage entdeckt. Die Bezirksvertretung sollte nämlich über einen „Zielbeschluss“ abstimmen. Damit wird die vorgelagerte Grundsatzentscheidung gefällt, ob ein Bauvorhaben überhaupt verfolgt werden soll. „Über diesen Punkt sind wir nach all den Jahren längst hinaus. Es gibt doch bereits konkrete Pläne, für jetzt die rechtliche Grundlage geschaffen werden muss“, beschwerte sich Schaper. Die Bezirksverordneten diskutierten nicht lange und ersetzten „Zielbeschluss“ durch „Einleitungsbeschluss“.

„Es gibt Projekte, für die braucht man einen langen Atem“, sagte BLI-Geschäftsführer Bernd Lammerz. Doch bei diesem Areal würden sich Geduld und Einsatz lohnen. „Wo findet man in Bonn noch ein so großes unbebautes Gelände? Es ist perfekt für großflächigen Einzelhandel.“

Auch ein Fitnessstudio vorgesehen

Allerdings hatten die Investoren ursprünglich nicht vor, die angrenzende Fläche, Richtung Am Langen Graben, zusätzlich für Wohnbebauung zu erwerben. Das forderten aber Politik und Verwaltung. „Ziel ist ein einheitlicher Bebauungsplan, damit die Flächen vollständig für den Wohnungsbau ausgeschöpft werden“, erläuterte Kerstin Hemminger, Abteilungsleiterin im Planungsamt. Würde das Areal nach dem bestehenden Baurecht entwickelt, wäre „nur eine geringfügige Nachverdichtung“ möglich.

Während die Grundstücke, auf denen der Einkaufsmarkt gebaut werden soll, von den sieben Eigentümern an die Investoren verkauft wurden, haben sie für die Wohnhäuser noch nicht alle Grundstücke erwerben können. Geplant sind 60 Wohnungen in vier Häusern, die sich wie ein L-förmiger Riegel zwei- und dreigeschossig staffeln. Die Verwaltung will zudem prüfen, ob nicht auch eine Kita gebaut werden muss. Im Obergeschoss des Einkaufsmarkts mit 1350 Quadratmetern Ladenfläche soll nach den Plänen der Investoren ein Fitnessstudio einziehen.

Ein Knackpunkt verbunden mit langwierigen Verhandlungen war die Erschließung des Areals. Wie soll der neu entstehende Verkehr – durch Kunden des Supermarkts, des Fitnessstudios sowie die neuen Anwohner – gelenkt werden? Von Pützchens Markt wisse man, dass Staus auf der Siegburger Straße sich bis auf die Autobahn auswirken. „Wir haben uns mit dem zuständigen Landesbetrieb Straßen NRW auf einen Kreisverkehr an der Einmündung zur Maria-Montessori-Allee geeinigt“, erläutert Ten Brinke-Projektleiter Moritz Tank. „Und wir bezahlen den Kreisel.“ In etwa anderthalb Jahren könnten sie mit dem Bau beginnen, die Verwaltung gibt dem Projekt wegen der Nahversorgungsfunktion und den neuen Wohnungen hohe Priorität.