Trainingsmethoden und Leistungsfähigkeit

Yoga für Spitzensportler

Yoga-Lehrerin Barbara Plaza (rechts) und ihre Tochter, Hochspringerin Alexandra Plaza, beim Training.

Yoga-Lehrerin Barbara Plaza (rechts) und ihre Tochter, Hochspringerin Alexandra Plaza, beim Training.

Beuel. Wenn Spitzensportler nach Trainingsmethoden suchen, um ihre Leistungsfähigkeit legal zu steigern, sind sie bereit, neue Wege zu gehen. Ein möglicher Weg führt sie dabei nach Oberkassel zu Barbara Plaza.

Die ehemalige Spitzensportlerin Barbara Plaza hat Trainingskonzepte entwickelt, die auf Hatha Yoga, der klassischen Form von Yoga, basieren. Sie bereitet eine Vielzahl von Athleten auf Wettkämpfe vor. Mit der Trainerin und Dozentin sprach Holger Willcke.

Was kann Yoga, was andere Trainingsmethoden nicht können?

Barbara Plaza: Die Mehrwerte des Yoga-Trainings für Leistungssportler liegen beispielsweise in der Beschleunigung von Regenerationsprozessen nach dem Training, nach Wettkämpfen und in der Rehabilitation. Yoga stellt zum Beispiel eine Verbindung von Körper und Atmung her. Und Atmung hat Einfluss auf die mentalen Komponenten bei Sportlern und liefert eine völlig neue Selbsterfahrung.

Und wie wirkt die sich aus?

Plaza: Aus dem Zusammenspiel von Kräftigung und Dehnung, von An- und Entspannung sowie durch die Bewusstseinsschulung für Bewegung und Leistung können Athleten Leistungsreserven aktivieren. Aber die Schulung dieser Techniken stellt auch eine gute Prophylaxe dar – sie beugt Verletzungen vor.

Ist Ihr Ansatz wirklich neu?

Plaza: Nein, neu sind sie nicht. Schon Jürgen Klinsmann hat bei der Fußball-WM 2006 versucht, seine Spieler durch Yoga leistungsstärker zu machen. Aber diese Trainingsmethoden werden nach wie vor kaum berücksichtigt.

Woran liegt das?

Plaza: Nicht wenige Männer tun sich mit Yoga als ernstzunehmende Trainingstechnik schwer. Wenn sie aber den Zugang zu Yoga gefunden haben, brennen sie darauf, können gar nicht mehr genug davon bekommen. Dann muss ich meine Athleten in ihrem Trainingseifer schon mal bremsen. Bei weiblichen Sportlern brauche ich aber meistens keine Überzeugungsarbeit zu leisten.

Wen betreuen Sie als Trainerin?

Plaza: Zum Beispiel den Florettfechter Peter Joppich, die Säbelfechter Max Hartung und Matyas Szabo, die Stabhochspringerin Katharina Bauer, die Hockey-Nationalmannschaft der Frauen und die Hockey-Herrenmannschaft von Rot-Weiß Köln. Aber auch Säbelfechter Benedikt Wagner, der jetzt gerade bei den Europameisterschaften im polnischen Torun Gold geholt hat, sowie Florettspezialist Andre Sanita, der dort Bronze gewann.

Eignet sich Yoga vor allem für Fechter, Leichtathleten und Hockeyspieler?

Plaza: Die Sportart spielt keine Rolle. Yoga dient jedem. Man muss nur wissen, was der jeweilige Sportler in seiner Disziplin für Anforderungen benötigt.

Und woher wissen Sie das?

Plaza: Durch meine Erfahrung als Sportlerin und durch meine Ausbildung bin ich bestens vorbereitet und kann mein Wissen einbringen.

Welche Sportart haben Sie aktiv betrieben?

Plaza: Ich war Hochspringerin und bin unter anderem für das Leichtathletenteam der Deutschen Sporthochschule Köln gestartet.

Wie sind Sie als Sportlerin auf Yoga als Trainingsmethode gestoßen?

Plaza: Ich war als Sportlerin konditionell und technisch ausgereift. Da habe ich mich gefragt: Was kann ich tun, um meine Leistung zu steigern? Ich habe Yoga versucht und damit sehr gute Erfahrungen gemacht.

Yoga ist also legales Doping?

Plaza: Nein, das kann man so nicht in Verbindung bringen. Unter Doping versteht man die Einnahme von unerlaubten Substanzen zur Steigerung der Leistung. Yoga kann indirekt zur Steigerung der Leistung beitragen.