Oberkasseler Literaturherbst

"Wir sind die Kammermusik"

Haben das Programm "barrierefrei" gestaltet: (von links) Franz-Erich Schmitz, Klaus Großjohann und Klaus Busch.

Haben das Programm "barrierefrei" gestaltet: (von links) Franz-Erich Schmitz, Klaus Großjohann und Klaus Busch.

OBERKASSEL. Die Organisatoren des Oberkasseler Literaturherbst sprechen eine breite Zuhörerschaft an. Die Reihe läuft vom 25. Oktober bis 15. November.

Aus den Oberkasseler Kulturtagen, die alle zwei Jahre stattfinden, ist der jährliche Oberkasseler Literaturherbst hervorgegangen. Klaus Großjohann, Franz-Erich Schmitz und Klaus Busch stellten am Montag das diesjährige Programm vor. Eine Neuerung vorweg: die Veranstaltungsreihe wurde terminlich entzerrt. Dauerte sie bisher eine Woche, so verteilen sich in diesem Jahr die Termine über drei Wochen mit einigen freien Tagen dazwischen. Und es gibt drei Veranstaltungen mehr als in 2013.

Autoren oder Vorleser tragen unterschiedlichste Werke in ganz Oberkassel vor: in der katholischen öffentlichen Bücherei, im evangelischen Jugendheim, im katholischen Pfarrheim und der evangelischen Kirche, im Sprachheilkindergarten oder in der Werkstatt Kleidermacher, im "Weinhaus Kinkel-Stuben" oder im Restaurant "La Scoglio im Himmelreich" sowie im Ernst-Kalkuhl-Gymnasium.

Dabei wird die Literatur bei einigen Veranstaltungen auch von Musik unterstützt. Das Flötenensemble "Flautabula", das Vokalensemble "Mama Mia", Christian Jakob am Flügel und Hubert Arnold an der Harfe begleiten einige Lesungen musikalisch. "Die Menschen hier", so Klaus Großjohann bei der Präsentation, "interessieren sich für vielerlei Kunst- und Kulturangebote".

Zu jeder Veranstaltung werden 20 bis 30 Besucher erwartet. "Wir wollen keine Großveranstaltung", erklärt Klaus Busch. "Wenn man Bonn als Symphonieorchester bezeichnen würde, dann sind wir die Kammermusik", ergänzt Großjohann. Das Programm richtet sich nicht nur an Erwachsene. "Post von Pommel" im Sprachheilkindergarten ist für Kinder ab fünf Jahren gedacht. Dort liest die Kinderbuchautorin Jutta Richter.

Auch thematisch ist der Literaturherbst breit aufgestellt. Karlheinz Schonauer berichtet über zwei Tage im August 1914, dem Beginn des ersten Weltkriegs, Helmut Kötting liest aus der Oberkasseler Zeitung in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg. Wolfgang Kaes spricht in seinem Buch "Das Gesetz der Gier" die Profitgier in Zeiten der Globalisierung an.

"Barrierefrei", nennt Großjohann die Veranstaltungsreihe, denn es wird kein Eintritt verlangt. Stattdessen wird am Ende ein Hut herumgereicht, der den Vortragenden zugute kommt. "Kultur macht Spaß", sagte Klaus Busch zum Schluss der Präsentation, "das ist Motiv und Motivation für uns".

Aus dem Programm

"Lesen, Singen, Freude bringen - mit Anekdötchen und Anekdoten untermalt mit passenden Noten" heißt eine Veranstaltung  mit dem Vokalensemble Mama Mia am Sonntag, 26. Oktober, um 17 Uhr in der Alten Evangelischen Kirche.

Viel Spannung verspricht die Lesung von Wolfgang Kaes, Chefreporter des GA. Er liest am 30. Oktober um 20 Uhr im katholischen Pfarrheim, Kastellstraße 21, aus seinem sechsten Psycho-Thriller "Das Gesetz der Gier". Kaes erhielt mehrere Auszeichnungen für seinen investigativen Journalismus.

Ein "Deja-Vu" der besonderen Art findet am 15. November um 19 Uhr im Forum im Ernst-Kalkuhl-Gymnasium statt. Ulrich Kelber, MdB und Parlamentarischer Staatssekretär, war selbst Schüler dieses Gymnasiums. Er liest aus dem Werk von Roger Willemsen "Das Hohe Haus - Ein Jahr im Parlament".

Alle Veranstaltungen auf www.oberkasseler-literaturherbst.de