Edeka, Rewe & Co bewerben sich

Wettstreit um neuen Supermarkt in Ramersdorf

Auf der Grünfläche zwischen der Straße „Im Alten Wingert“ und dem Parkplatz erstreckt sich das rund 7800 Quadratmeter große Grundstück bis zu den Tennisplätzen des Tennisclubs Blau-Gelb.

Auf der Grünfläche zwischen der Straße „Im Alten Wingert“ und dem Parkplatz erstreckt sich das rund 7800 Quadratmeter große Grundstück bis zu den Tennisplätzen des Tennisclubs Blau-Gelb.

Ramersdorf. Erst ein Machtwort von Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan und der Beueler Politik haben dafür gesorgt, dass jetzt endlich Bewegung in das Dauerthema „Nahversorgung in Ramersdorf“ kommt.

Die Stadtverwaltung hat daraufhin am Mittwochabend kurzfristig den aktuellen Stand der Diskussion mittels einer Mitteilungsvorlage zur Sitzung der Bezirksvertretung Beuel vorgelegt – allerdings nur zur Information, nicht zur Diskussion.

Wie der GA vorab erfuhr, haben sich elf Unternehmen der Lebensmittelbranche bei der Stadtverwaltung für den Kauf des 7800 Quadratmeter großen städtischen Areals an der Kreuzung Königswinterer Straße/Im Alten Wingert in Ramersdorf beworben. Das Mindestangebot, das die kommunale Bewertungsstelle mit 1,15 Millionen Euro festgelegt hatte, wurde von allen Bewerbern eingehalten. Unter den Kandidaten sollen sich nahezu alle namhaften Lebensmittelketten befinden – auch Edeka und Rewe.

Nach einer mehr als zehn Jahre andauernden Diskussion sowie verschiedenen Entwürfen und Planungsänderungen sieht es jetzt tatsächlich so aus, als ob Ramersdorf in den nächsten zwei bis drei Jahren einen Lebensmittel-Supermarkt erhalten wird. Auch der Wirtschaftsausschuss wird sich in seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 19. April, mit dem Verkauf des Grundstücks, das in Ramersdorf parallel zur Südbrückenautobahn (A 562) verläuft, beschäftigen. Die Bezirksvertretung Beuel wird sich dann am 5. Juni inhaltlich mit dem Thema auseinandersetzen. Nach Auskunft von Marco Rudolph, CDU-Bezirksverordneter für Limperich, Küdinghoven, Ramersdorf und Beuel-Süd, ist aber nur rund die Hälfte des Grundstücks tatsächlich bebaubar.

Auf dem Grundstück soll ein Vollsortimenter angesiedelt werden, Discounter seien an dieser Stelle nicht erwünscht. „Wir haben schon nicht mehr daran geglaubt. Seit 2005 beschäftigen wir uns als Bürgervereinigung Ramersdorf mit diesem Thema. Die Versorgungssituation in unserem Dorf und im Nachbarort Küdinghoven ist seitdem nicht besser geworden“, sagte Wilfried Mermagen vom Bürgerverein Ramersdorf. In Ramersdorf leben etwa 7000 Einwohner, die allesamt in anderen Orten einkaufen müssen – etwa in Limperich oder Oberkassel. Kaufkraft wäre also genug vorhanden, damit sich ein zusätzlicher Markt lohne.

Das Grundstück gilt bezüglich der Bebauungsmöglichkeiten als eher schwierig. Der Käufer und Bauherr muss zur Autobahn einen Sicherheitsabstand von 40 Metern einhalten, zur angrenzenden Bebauung in nördlicher Richtung muss ein acht Meter breiter Schutzstreifen berücksichtigt werden. Das Grundstück beginnt sozusagen mit einem Flaschenhals und wird in Richtung Westen immer breiter. Das Bauordnungsamt prüft derzeit die Angebote der elf Bewerber auf ihre Umsetzbarkeit.

Damit das Areal überhaupt als Bauland interessant wird, hatte die Stadt Bonn bereits 2014 mit dem Tennisclub Blau-Gelb einen Grundstückstausch notariell beglaubigen lassen. Der Verein gibt zwei Tennisplätze ab, damit der Investor überhaupt genug Fläche für einen Baukörper erhält. Im Gegenzug hat die Stadt Bonn dem Verein eine Fläche in Richtung Kindertagesstätte überlassen, worauf er seine beiden Plätze ersatzweise errichten kann.

Der Einkaufsmarkt soll mittels eines vorhabenbezogenen Bebauungsplan errichtet werden, damit planungsrechtliche Details mit dem künftigen Bauherren fixiert werden können. Der Investor muss eine sogenannte Freiraumplanung vorlegen. Auch die mangelhafte Beleuchtung in diesem Abschnitt soll im Zuge des Neubaus optimiert werden. Derzeit geht die Politik davon aus, dass auf dem Grundstück eine zweigeschossige Bebauung errichtet wird. Der Vollsortimenter wird etwa 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche anbieten können. Die örtliche Politik kann sich eine Tiefgarage und zum Beispiel ein Fitnessstudio im ersten Geschoss vorstellen.

„Die Stadt Bonn wird jetzt alle Bewerbungen sichten und soll der Bezirksvertretung zeitnah eine entscheidungsreife Vorlage präsentieren. Wir wollen, dass der Kaufvertrag nach den Sommerferien unterschrieben wird“, sagte Bezirksverordneter Rudolph.