Tannenbaumweitwurf in Hoholz

Wettkampf mit nadeligen Sportgeräten

Im Wettkampf: "Woody" Manfred Busch hat im Lauf der Zeit eine ausgefeilte Wurftechnik entwickelt. FOTO: MALSCH

Im Wettkampf: "Woody" Manfred Busch hat im Lauf der Zeit eine ausgefeilte Wurftechnik entwickelt.

Hoholz. Es handelt sich um eine Hoholzer Tradition - jedenfalls nach rheinischen Maßstäben: Bereits zum fünften Mal fand am Sonntagnachmittag der beliebte Weihnachtsbaumweitwurf auf dem Platz der Firma Weitz an der Gielgenstraße statt und verbuchte mit gut vierzig Zuschauern und Aktiven einen Besucherrekord.

"Sogar ein paar Gäste aus Hangelar sind zu uns hochgekommen, um am Wettbewerb teilzunehmen", freute sich Wolf Lenze. Der langjährige Vorsitzende des Bürgervereins Hoholz gehört zu den Mitinitiatoren des winterlichen Lokalspektakels.

Die Regeln sind nicht ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint, denn neben der Weite als Hauptkriterium vergaben die drei Unbestechlichen Jörg Heinig, Werner Woenig und Dirk Westerholt auch Haltungs- und Kostümnoten, die mit in die Wertung eingingen: Dass das Urteilsvermögen der laut eigenem Bekunden äußerst erfahrenen Jury mit dem Glühweinkonsum korrelieren könnte, wollten die drei nicht ausschließen: Das störe aber weder sie selber noch die Zuschauer oder die "Tannensportler", sondern sei ganz einfach Teil des Reglements.

Entsprechend entspannt ging es den ganzen Nachmittag auf dem Wettbewerbsgelände zu: Bei Kinderpunsch, Streuselkuchen und Glühwein spielte das Lob für Kostümierung und Wurfstil eine deutlich größere Rolle, als die letztendlich erzielte Weite. "Die kann sich aber mit über sechs Metern ebenfalls sehen lassen", fanden die Preisrichter, die allesamt zum Vorstand des Bürgervereins gehören.

Die Wurftechnik war zwar Gegenstand unzähliger Kommentare der Zuschauer, schien aber auf die erzielten Weiten einen eher geringen Einfluss zu haben: "Wir haben sowohl bei denjenigen, die die Tanne wie einen Speer werfen, als auch bei denen die sich das Hammerwerfen als Vorbild genommen haben, gute Weiten gesehen", so Lenz.

In drei Klassen - jeweils eine für Männer, Frauen und Kinder - wird der Weitwurf ausgerichtet; 1,2 und 1,7 Meter messen die beiden nadeligen Sportgeräte. Entgegen einer Meldung im Onlineauftritt der Tageszeitung Die Welt, dient der Wettbewerb übrigens nur dem sportlichen Wettstreit und keineswegs der Entsorgung ausgedienter Weihnachtsdekoration: "Ich bin froh, dass den Besuchern das Reglement offenbar bekannt ist", lobte Wolf Lenze Publikum und Teilnehmer: "Zum Wettbewerb zugelassen sind nur unsere beiden vom Vorstand geprüften Wettkampftannen."