Energieberatung in Bonn

Wann sich Photovoltaik lohnt

Thomas Koch mit dem Stecker,

Thomas Koch mit dem Stecker,

Beuel. Bis zum 20. Oktober werden Beratungen „Strom erzeugen, speichern und nutzen“ bezuschusst. Experten stellen bei Interessierten fest, wann sich die teure Investition auszahlt.

Noch heute denken viele, dass eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Haus nur dann Sinn mache, wenn das Dach nach Süden ausgerichtet ist. Doch diese Annahme hat sich mit fortschreitender Technik längst überholt. Ein eindrucksvolles Beispiel für die Effizienz von in Ost-West-Richtung angebrachten Voltaikmodulen demonstrierte Thomas Koch an seinem 1965 erbauten Haus in Holzlar, das er mit seiner Familie seit sechs Jahren bewohnt.

Die Grundrenovierung umfasste neben einem Wärmedämmungsverbundsystem (WDVS) die Erneuerung aller Fenster und die Installation einer Photovoltaik-Innendachanlage mit Hinterlüftung auf beiden Seiten des Giebeldachs. Durch die Ost-West-Ausrichtung bekommen Kochs bei Sonnenaufgang bereits den ersten kostenlosen Strom, den sie bis zum Sonnenuntergang im Westen nutzen können.

Doch erst durch einen Stromspeicher mit einer Kapazität von 6,4 Kilowattstunden, der in verbrauchsarmen Zeiten den durch die Sonne produzierten, aber nicht benötigten Strom speichert und in der Nacht oder in sonnenarmen Stunden wieder abgibt, ist Koch dem Ziel seines emissionsfreien Hauses ein Stück näher gekommen. Bereits mehr als 80 Prozent seines jährlichen Stromeigenbedarfs für Haus und Elektromobilität wird über die etwa 20.000-Euro-Investition der eigenen Stromerzeugung gedeckt.

Dass sich die Investition rechnet, hat der auf strategische Projekte spezialisierte Finanzfachmann einer Kölner Investitionsbank genauestens kalkuliert. Eine ständige digitale Kontrolle der einwandfrei arbeitenden Komponenten auf dem Dach und im Keller des Hauses über Mobiltelefon und PC sind dabei unerlässlich.

„Durch meine vielen Aufenthalte in Afrika“, erzählt Koch, der beruflich Start-ups und Solarprojekte in Kenia und Tansania begleitet, „sehe ich ganz konkret die Folgen des Klimawandels durch Dürre in Tansania oder Überschwemmungen in Kenia und Ghana, die es vor Jahrzehnten so nicht gab“, so der Entwicklungsbänker. „In Zeiten von Trump oder auch Garzweiler II haben wir als Familie entschieden, die eigenen Emissionen drastisch zu reduzieren. Wir möchten klimafreundlicher leben“, fasst Koch die Entscheidung zusammen, über die er auch Stephan Herpertz von der Verbraucherzentrale NRW als Berater kennengelernt hat.

Herpertz stellte nun zusammen mit Celia Schütze von der Bonner Energie Agentur und Christoph Caspary, dem Kundenberater der Stadtwerke Bonn (SWB), das Haus der Familie Koch als erfolgreiches Beispiel vor, bei dem es dem Betreiber trotz scheinbar nicht optimaler Rahmenbedingungen gelungen ist, die Erzeugung, Speicherung und Nutzung von Strom nicht nur für den Haushalt, sondern auch für die E-Mobilität zu nutzen. Mit Vergnügen fährt Koch mit einer Banane in der Auspuffattrappe seines E-Golfs über die Straßen und freut sich über die Reaktionen der Autofahrer, die Schlimmstes für den vermeintlichen Verbrennungsmotor befürchten.

Wann und wie lohnt es sich, eine Solarstromanlage auf das eigene Dach zu setzen und wie kann ich möglichst viel von dem erzeugten Strom selber nutzen? Diese und weitere Fragen beantwortet die Energieberatung der Verbraucherzentrale interessierten Hauseigentümern.