Furcht vor Friedhofsschließung

Vilich-Müldorfer fordern Erhalt der Trauerhalle

Von der Schließung bedroht: Die Trauerhalle auf dem Friedhof in Vilich-Müldorf.

Von der Schließung bedroht: Die Trauerhalle auf dem Friedhof in Vilich-Müldorf.

Vilich-Müldorf. Bei einer Informationsveranstaltung zum Friedhofskonzept der Stadt Bonn haben sich anwesende Vilich-Müldorfer einhellig gegen eine Schließung der örtlichen Trauerhalle ausgesprochen. Als Folgenutzung wurden unter anderem ein Konzertsaal oder Ausstellungsraum vorgeschlagen.

Die Furcht vor Friedhofsschließungen, sie geht auch in Beuel um. Auslöser ist - wie in anderen Stadtbezirken - das neue Friedhofskonzept der Stadtverwaltung. Darin geht es um Fragen der Friedhofsfinanzierung und um den Flächenbedarf.

Das Konzept soll Anfang 2019 in den politischen Gremien beschlossen werden. Ein Vorschlag lautet bekanntlich, insgesamt 13 Trauerhallen zu schließen, darunter auch die in Vilich-Müldorf.

Erst einmal aber haben jetzt die beiden SPD-Stadtverordneten Ingo Holdorf und Stephan Eickschen zu Informationsveranstaltungen auf betroffenen Friedhöfen eingeladen. Am Mittwochabend fand auf Einladung des Bürgervereins Vilich-Müldorf ein Ortstermin in der Trauerhalle auf dem Friedhof statt.

„Wir möchten mit Ihnen ins Gespräch kommen, um gemeinsam zu überlegen, welche Zukunftsoptionen es aus Ihrer örtlichen Sicht für die Trauerhalle gibt und wie diese realisiert werden können“, hatten die Politiker in ihrer in ihrer Einladung geschrieben.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung nahmen sie den knapp 20 Besuchern einigen Wind aus den Segeln. „Die Schließung des Friedhofs in Vilich-Müldorf steht nicht zur Debatte“, sagte Eickschen.

Doch man müsse einfach feststellen, dass es heutzutage einige Bestattungsmöglichkeiten außer der klassischen Grabbestattung gebe, wie die Urnenbestattung, die Seebestattung oder die im Friedwald, es also zu weniger Bestattungen auf den Friedhöfen komme.

Doch gerade der Bevölkerungszuwachs in Vilich-Müldorf würde dies in Zukunft mehr als ausgleichen, meinten einige Besucher, wenn auch nicht in naher Zukunft.

Die Trauerhalle müsse erhalten bleiben, dies war die Meinung aller Besucher, auch wenn derzeit nur zwischen sieben und dreizehn Trauerfeiern pro Jahr in dieser Halle stattfänden. „Es muss auch zukünftig außerhalb der Kirchen einen Ort zum Abschiednehmen geben“, formulierte es ein Besucher.

Die Stadt, so Eickschen, habe die Instandsetzungskosten für die Halle auf 50.000 Euro kalkuliert, strittig sind die jährlichen Unterhaltskosten. Deshalb stellte der Kommunalpolitiker die Frage, wie man diesen Ort anderweitig nutzen könne, um Einnahmen zu generieren.

Dazu fiel den Besuchern so einiges ein. Ein kleiner Wochenmarkt könne hier einziehen, meinte jemand; Ausstellungen und Konzerte schlug ein anderer vor. Zur Umsetzung kam ebenfalls ein Vorschlag aus dem Publikum: Warum könne die Trauerhalle nicht von einer Kooperation aus Friedhofsgärtner und Bestatter übernommen werden, fragte jemand.

Damit sei die Stadt von den Kosten befreit, und die Halle bliebe der Bevölkerung erhalten. Er habe bereits ein entsprechendes Angebot an die Stadt abgegeben, bislang jedoch keine Antwort erhalten.