Erste offene Bühne für Senioren

Viel Musik und Clownerie im Tenten-Haus in Schwarzrheindorf

Peter Parusel, Bärbel Weinstock alias Clown Schlawina und Günther Schatzl (v.l.) haben Spaß beim Auftritt auf der Offenen Bühne von und für Senioren im Tenten-Haus.

Peter Parusel, Bärbel Weinstock alias Clown Schlawina und Günther Schatzl (v.l.) haben Spaß beim Auftritt auf der Offenen Bühne von und für Senioren im Tenten-Haus.

SCHWARZRHEINDORF. Die Premiere der offenen Bühne für Senioren im Haus der Begegnung in Bonn-Schwarzrheindorf kam gut an. Mehr als 20 Senioren verfolgten das Programm von Günther Schatzl, Werner Reuter und Bärbel Weinstock.

„Mit 66 Jahren fängt das Leben an“, sang Günther Schatzl, und einige der anwesenden Gäste stimmten fröhlich in den Udo-Jürgens-Schlager ein. Nur mit seiner Akustikgitarre zur Begleitung präsentierte Schatzl bei der offenen Bühne von und für Senioren im Tenten-Haus der Begegnung einige Oldies: „Singen Sie einfach mit!“, forderte er die mehr als 20 Senioren auf.

Bis vor 13 Jahren war Günther Schatzl Amtsleiter der Bonner Berufsfeuerwehr. In seiner Freizeit ist die Musik schon immer seine Leidenschaft gewesen, mehr als 30 Jahre lang hatte er mit Tanzmusik in den verschiedensten Sälen der Region für Stimmung gesorgt. Heute tritt der 72-jährige Schwarzrheindorfer auf Privatfeiern auf: „Es gibt zwei Prämissen in meinem Leben: Musik machen dürfen und Lernen dürfen. Ohne das geht es nicht“, sagt Schatzl. Und so hatte er sich auch gemeldet, als Werner Reuter Senioren gesucht hatte, die ein musisch-kreatives Hobby pflegen und Lust haben, dieses bei der Premiere der offenen Bühne von und für Senioren im Tenten-Haus zu präsentieren.

Werner Reuter, der mehr als 20 Jahre lang als Dozent an der Uni Köln tätig war und dort den Schwerpunkt Inklusive und Integrative Theaterpädagogik aufgebaut hat, trat selbst regelmäßig auf offenen Bühnen im Köln/ Bonner Raum auf. Als die offene Bühne im Südbahnhof schließen musste, hatte er sich der Herausforderung gestellt, ein neues Projekt ins Leben zu rufen. Selbst gerade 70 Jahre alt geworden, beschloss Reuter, über den Verein Tat und Rat eine offene Bühne speziell für Senioren zu entwickeln. Sieben künstlerisch kreative Personen hatten sich auf seinen Aufruf hin gemeldet.

Songs von Udo Jürgens und Loriot-Sketchen

Unter ihnen Bärbel Weinstock, die seit 13 Jahren als Clownesque-Erzählerin unterwegs ist. „Ich habe lange Zeit im Laientheater mitgewirkt. Dann habe ich einen Kurs für Clownerie besucht. Heute ist das mein Altersvergnügen“, berichtet die 77-Jährige lachend. Mit ihrem Auftritt „Mein Staubsauger und ich – Der Kampf zwischen Staubsauger und Hausfrau“ und ihren Späßen mit dem Publikum brachte sie den ganzen Saal zum Lachen. „Was man gerne macht, ist nicht schwer“, sagt Weinstock über ihre Leidenschaft der Clownerie. Bei Peter Parusel war es dann wieder mucksmäuschenstill im Raum: Wenn der 65-jährige Hobbymusiker in die Saiten greift, versinkt er selbst wie in eine Meditation mit der Gitarre und beeindruckt mit seinem Improvisationstalent.

Mit Songs von Udo Jürgens, Loriot-Sketchen, Clownerie, Klassischer Gitarre und Poetry war die Premiere der offenen Bühne im Tenten-Haus ein abwechslungsreicher Abend und voller Erfolg geworden: „Das Interesse ist auf jeden Fall da“, freute sich Reuter über die positive Resonanz. Mancher Besucher überlegte sich schon während der Veranstaltung, womit er selbst bei der nächsten Auflage der offenen Bühne auftreten könnte. „Eine Dame sagte mir, sie würde gerne mal etwas in Mundart vortragen, und eine Goldschmiedin würde gerne einen humorvollen Text über die Goldschmiedekunst präsentieren“, freute sich Reuter über das große Interesse der Senioren, vielleicht schon beim nächsten Mal selbst auf der offenen Bühne zu stehen.