Sushi und Burger auf der „spanischen Treppe“

Viel Gastronomie auf dem Konrad-Adenauer-Platz in Beuel

Konrad-Adenauer-Platz in Beuel

Konrad-Adenauer-Platz in Beuel

Beuel. Am neuen Konrad-Adenauer-Platz ist ein großes Gastronomie-Angebot entstanden. Die Händler sind zufrieden, haben aber noch Verbesserungswünsche.

Nigiri und Gyoza? Vegetarischer Olivenbratling mit Süßkartoffel-Fritten? Oder doch lieber ein Stück Apfelkuchen nach Großmutters Rezept: Der neu gestaltete Konrad-Adenauer-Platz sticht nicht nur durch die beiden markanten Gebäude an den Außenflanken architektonisch ins Auge. Vielmehr präsentiert sich das Eingangstor von Beuel auch als abwechslungsreiche Gastromeile.

„Ich komme jeden Mittag hierhin“, sagt Norbert Wenzel und öffnet seine Papp-Box. Heute gibt es Sushi und eingelegten Ingwer. „Aber die Burger sind ebenfalls ganz hervorragend“, ergänzt er und macht es sich auf der „spanischen Treppe“ bequem. Er arbeitet in einer Werbeagentur in der Nachbarschaft und kommt regelmäßig in der Mittagspause hierhin. „Bei Sonnenschein macht sich hier schon ein wenig mediterranes Lebensgefühl breit.“

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten beim Bau und der Vermarktung hat sich das Areal zwischen Friedrich-Breuer-Straße, Rathaus und St.-Augustiner-Straße mittlerweile zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt. „Ich bin mit dem Standort hier wirklich sehr zufrieden“, zieht Claus Sauer vom Burgergrill „Hans im Glück“ nach einem Jahr Bilanz. „Die Beueler sind herzlich und gelassen. Hier ist es nicht so rummelig wie anderswo. Einen besseren Standort hätten wir uns nicht wünschen können.“

"Überrascht, wie schnell wir angenommen wurden"

Er bedient seine Gäste nicht nur in seinem Lokal, sondern auch im großen Außenbereich sowie auf der Treppe. Allerdings haben nicht nur seine Kunden den Logenplatz auf das hektische Treiben an den Haltestellen entdeckt. „Gerade Jugendliche sitzen gerne auf der Treppe. Allerdings hinterlassen sie immer jede Menge Müll, der oftmals tagelang liegen bleibt“, beobachtet Rüdiger Hartung von der Mohren Apotheke. „Aber es ist bereits besser geworden.“ Alles in allem kommt er zu dem gleichen Fazit wie Sauer: „Dieser Standort ist wirklich gut. Ich kann nicht klagen. Alles andere muss sich im Laufe der Zeit einspielen und entwickeln“, so der Pharmazeut.

Hellauf zufrieden ist Anh Tuan Nguyen. Seit zwei Monaten betreibt er im Eingangsbereich des Supermarktes die Sushi-Bar „Eat happy“. „Ich bin überrascht, wie schnell wir angenommen worden sind. Gerade mittags ist es voll. Es gibt Zeiten, da kommen wir kaum mit der Produktion nach.“

Über die Sauberkeit rund um den Platz ärgert sich auch Helga Unglaub. „Wo man hinschaut liegt etwas“, beklagt die Geislarerin und schaut sich um. „Das müsste alles besser gepflegt werden. Schließlich steigen hier täglich viele Menschen in die Busse. Was bekommen die bloß für einen Eindruck von Beuel?“ Mehr Mülleimer sowie zusätzliche Sitzmöglichkeiten wünscht sich Claus Sauer ebenfalls. „Das habe ich bei der Stadt bereits angeregt. Die reagiert immer offen auf meine Vorschläge und ist sehr kooperativ“, lobt er die Verwaltung. „Ich kann mich über die Zusammenarbeit wirklich nicht beklagen.“ Für ihn ist die Tiefgarage mit 120 Stellplätzen ein weiterer Pluspunkt. „Hell, modern, großzügig. Für mich ist die Tiefgarage am Konrad-Adenauer-Platz eine der besten, die ich kenne“, so Sauer. Außerdem gebe es immer freie Flächen.

Luft nach oben bei der Gestaltung

Zwar verfügt Beuel rund um das Rathaus über genügend Parkplätze. Doch: „Um den Handel voranzubringen, sollte endlich ein vernünftiges Parkleitsystem installiert werden, damit Beuel zusätzlich für auswärtige Kunden attraktiv ist“, fordert Paul Ahrens von der Gewerbe Gemeinschaft Beuel. In puncto Gestaltung gebe es ebenfalls noch Luft nach oben. „Das ist wirklich ein massiver Bau. Daher muss die Umgebung aufgelockert werden. Denn in dieser Betonwüste hält sich niemand gerne auf“, meint Ahrens. Mit zusätzlicher Bepflanzung sowie deutlich mehr Sitzmöglichkeiten würde man die Attraktivität des Areals enorm steigern. „Wenn der Platz schöner gestaltet wird, dann wird er belebter sein. Das kommt dann allen zugute“, zieht er Bilanz.

„Einzelne Verbesserungspotenziale gibt es für Immobilien laufend“, reagiert Yvonne Homberg, Sprecherin der Swiss Life AG als Eigentümerin des Gebäudes am Konrad-Adenauer-Platz. „Wir sind insgesamt zufrieden mit diesem Objekt. Für die wenigen noch freien Flächen befinden wir uns in aussichtsreichen Gesprächen mit Interessenten. Auch die Tiefgarage wird gut angenommen“ erklärt sie auf GA-Anfrage.