Bezirksvertretung Beuel

Verwirrung um Prioritätenliste

Applaus gibt es von den jungen Fußballern und ihren Eltern und Trainern für die Entscheidung der Bezirksverordneten. FOTO: HEINZ

Applaus gibt es von den jungen Fußballern und ihren Eltern und Trainern für die Entscheidung der Bezirksverordneten.

BEUEL. Mehrfach mussten neue Stühle in den Saal des Beueler Rathauses geschafft werden, wo am Mittwochabend die Beueler Bezirksvertretung tagte. Der Grund: Rund 60 Vertreter von Beueler Sportvereinen, darunter vor allem Kinder und Jugendliche, waren zur Sitzung erschienen.

Sie befürchten, dass der Umbau des Franz-Elbern-Stadions zum Kunstrasenplatz und die geplanten dortigen Sanierungsarbeiten noch einmal verschoben werden könnten. Doch erst einmal gab es für die Sportler Grund zu Freude und Applaus: Die Bezirksvertretung Beuel stimmte dem Entwurf einstimmig zu, der vorsieht, die Entwässerungseinrichtung der Bezirkssportanlage zu erneuern, den Tennenplatz in ein Kunstrasenspielfeld umzuwandeln, die alte Haupttribüne, die mehr einer Ruine gleicht, umzubauen und den maroden Handlauf zu erneuern.

Für Verwirrung hatte bei den Vertretern der Jugendsportgemeinschaft (JSG )Beuel und des SV Beuel 06 gesorgt, dass der Bau- und Vergabeausschuss dem Entwurf nur "vorbehaltlich der Entscheidung des Sportausschusses hinsichtlich einer Prioritätenbetrachtung bezogen auf die Bezirkssportanlage West" zugestimmt hatte. "Wir haben schon leidvoll erfahren müssen, dass Prioritäten verschoben werden und befürchten ganz einfach, dass sich der Umbau nun noch einmal verschieben könnte", sagte der JSG-Vorsitzende Herbert Nöllgen gestern.

Im Bau- und Vergabeausschuss hatte ein Stadtverordneter aus Endenich die Befürchtung geäußert, durch den Umbau in Beuel könnte sich die Renovierung der Bezirkssportanlage Endenich nach hinten verschieben. Allerdings: "Das Franz-Elbern-Stadion steht ganz einfach jetzt an, weil die Planungen schon weiter fortgeschritten sind", sagte Elke Palm vom städtischen Presseamt. Mit der vorgesehenen Renovierung in Endenich habe das gar nichts zu tun. Zwar könne der Sportausschuss, der am kommenden Donnerstag tagt, theoretisch die Planungen zum Franz-Elbern-Stadion vertagen und damit die Maßnahme hinauszögern.

Doch dafür spreche nichts, weil durch den Beschluss der Bezirksvertretung die 740 000 Euro dafür vorgesehenen Mittel bereits veranschlagt seien. "Die Planung ist fertig, das Geld ist da, es wäre vollkommen unverständlich, den Umbau jetzt hinauszuzögern", sagte der JSG-Vorsitzende Nöllgen.

Nach seiner Kenntnis gebe es im Sportausschuss auch keine Bestrebungen, den Umbau und die Sanierung des Stadions zu verzögern, sagte der Ausschussvorsitzende Christos Katzidis (CDU) gestern auf Anfrage. "Wir wollen alle, dass das Stadion nun endlich in einen Kunstrasenplatz umgewandelt und renoviert wird", sagte die Beueler SPD-Stadtverordnete Fenja Wittneven-Welter. Die jetzt gestiftete Verwirrung sei sehr ärgerlich. "Ich hoffe nur, dass uns im Sportausschuss niemand in die Suppe spuckt", so Nöllgen.