Dauerbaustelle an der Kreuzung B56/Am Herrengarten

Verkehrsführung in Beuel verärgert Fußgänger und Radfahrer

Die SPD diskutiert die Verkehrssituation an der B56 in Vilich-Müldorf.

Die SPD diskutiert die Verkehrssituation an der B56 in Vilich-Müldorf.

Vilich-Müldorf. Der Unmut über die Verkehrsführung in Vilich-Müldorf ist groß. Auf Einladung der Beueler SPD fand daher am Dienstag eine Ortsbesichtigung mit Anwohnern und Vertretern des ADFC statt. Der Landesbetrieb Straßenbau NRW will die Vorwürfe prüfen.

Bereits bevor die Dauerbaustelle an der Kreuzung B 56/Am Herrengarten in wenigen Wochen abgeschlossen ist, sorgt vor allem die Verkehrsführung für Fußgänger und Radfahrer in Höhe Vilich-Müldorf für Ärger. Weil der Unmut in den vergangenen Tagen deutlich zugenommen hat, fand am Dienstagnachmittag auf Einladung der Beueler SPD eine Ortsbesichtigung mit Anwohnern und Vertretern des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) statt.

„Wir haben uns von den Bürgern zeigen lassen, was ihrer Meinung nach an der Kreuzung nicht optimal geregelt ist“, sagte die SPD-Stadtverordnete Angelika Esch. Mit ihren Parteikollegen Petra Maur und Ingo Holdorf kam sie überein, dass Handlungsbedarf bestehe. Man wolle nun mit dem Landesbetrieb Straßenbau NRW, der für die Baustelle zuständig ist, sprechen. Außerdem will die SPD zwei Anträge an die Bonner Stadtverwaltung schicken.

Zum einen soll der Zweirichtungsradweg Am Herrengarten, von der Siegburger Straße in Richtung B 56, nicht mehr verpflichtend von den Radlern genutzt werden müssen. Dafür soll der jetzt schon circa 100 Meter vor der Kreuzung beginnende Schutzstreifen bis zur Siegburger Straße verlängert werden. In diesem Zusammenhang soll die Verwaltung auch klären, ob eine Tempo-30-Zone in dem Bereich eingeführt werden kann. Zum anderen soll der Radweg im Bereich „Am Herrengarten“ zwischen B 56 und Stadtbahnlinie in beide Richtungen aufgehoben werden und dafür ein Schutzstreifen auf der Straße markiert werden.

Umständliche Fahrbahnquerung

Auf Unverständnis stößt bei Radfahrern und Fußgängern das umständliche Fahrbahnqueren in Nord-Süd-Richtung. Beispiel: Wer als Radfahrer auf der Straße Am Herrengarten von der Stadtbahnlinie in Vilich-Müldorf kommend in Richtung Pützchen unterwegs ist, muss jetzt drei statt einer Fahrbahn kreuzen. „Warum gibt es hier auf der westlichen Seite der Straße Am Herrengarten keinen beampelten Überweg über die B 56?“, fragte ein Bürger die Politiker .

Werner Engels, zuständiger Bauleiter bei Straßen NRW, nahm am Mittwoch telefonisch dazu Stellung: „Von meinem Schreibtisch aus kann ich diese Fragen nur schwierig beantworten. Ich werde mich aber dafür einsetzen, dass diese Themen möglichst bald vor Ort ausdiskutiert werden.“ Seine Mitarbeiter und er würden nur die Ausführungsplanung der Ingenieure umsetzen. „Aber die Kollegen werden sich schon etwas dabei gedacht haben“, sagte Engels.

Verkehrsschilder fehlen

Eine andere Problemstelle hat der Landesbetrieb bereits diese Woche entschärft. GA-Leser Lothar Vreden aus Königswinter hatte angemahnt, die Beschilderung an der Autobahnanschlussstelle Vilich im Zufahrtsbereich Fahrtrichtung Königswinter dringend nachzubessern. „Wenn ich das richtig beobachtet habe, fehlen an der Ein- und Ausfahrt wichtige Schilder auf der Verkehrsinsel. Die Situation ist besonders dann gefährlich, wenn man von Siegburg kommt und auf die Autobahn auffahren will. Wenn dann dort keine Autos stehen, die Spur also frei ist, lädt das zum Falschfahren ein. Das Fehlen der erforderlichen Verkehrsschilder ist lebensgefährlich und für mich vollkommen unverständlich“, schrieb Vreden an die Stadt Bonn.

Dazu äußerte sich ebenfalls Werner Engels: „Wir haben diese Anmerkungen von Herrn Vreden überprüft und aus Sicherheitsgründen zusätzliche Verkehrsschilder aufgestellt, die das Abbiegen eindeutig regeln. Da die Baustelle aber noch nicht komplett fertig ist, war die endgültige Beschilderung noch nicht in Gänze angebracht. Wir sind aber für jeden Hinweis in der Sache dankbar und reagieren sofort.“