Mint-Grundschultage in Bonn

Unterdruck, Elektrostatik und Mikroskopie

Gymnasiast Nils (l.) zeigt Arthur, Maike und Niklas (v.l.) von der Gottfried-Kinkel-Grundschule das Luft-Unterdruck-Experiment.

Gymnasiast Nils (l.) zeigt Arthur, Maike und Niklas (v.l.) von der Gottfried-Kinkel-Grundschule das Luft-Unterdruck-Experiment.

Limperich. Für ungewöhnliche Experimente sind Grundschulen selten ausgestattet, und deshalb war es für die Drittklässler, die am Freitagvormittag ins Kardinal-Frings-Gymnasium kamen, ein besonderer Besuch.

Man mische Kaliumhexacyanoferrat mit einer Ammoniumthiocyanat- und einer Eisenchlorid-Lösung, und heraus kommt eine Schrift, die niemand lesen kann – es sei denn, man weiß, wie man sie auf dem Papier sichtbar macht. Oder man schließe einen Stromkreis mit einer Gewürzgurke und sehe zu, wie sie glüht.

Dort wurden wieder die Mint-Grundschultage angeboten – wobei von den vier Fachbereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik der vorletzte im Vordergrund stand. In den Chemieräumen konnten die Kinder mittels Papierchromatografie Bilder erstellen, „die sich selber malen“, oder den ph-Wert verschiedener Haushaltsmittel durch Zugabe unter anderem von Rotkohlsaft farblich bestimmen.

Und bei Nils (17) ging es um Luftdruck: Mit einem Föhn erhitzten Arthur, Maike (beide 9) und Niklas (8) von der Gottfried-Kinkel-Schule in Oberkassel einen Glaskolben, von dem ein Rohr in eine rote Flüssigkeit führte. „Die Luft wird abgedrückt, dann kommen da Blasen“, versuchte Arthur zu erklären. Derweil stieg die Flüssigkeit im Röhrchen nach oben in den Kolben. Nils half: Die erhitzte Luft dehnt sich im Kolben aus und versucht durch das Röhrchen zu entweichen. „Durch den Unterdruck steigt das Wasser in den Kolben auf.“

Nach diesem Prinzip funktioniert auch das Einkochen in Einmachgläsern. Bei den Physikern führten die Kinder Versuche mit Magneten und statischer Aufladung durch und erlebten, wie die Gymnasiasten Blitze erzeugten. Im Biologieraum wurde das Trommelfell mit Handtrommeln nachgestellt und der Aufbau des Auges erklärt, zudem staunten die Grundschüler über optische Täuschungen, und sie warfen einen Blick durch unterschiedliche Mikroskope auf ein Wasserpestblatt.

Zehn Klassen aus acht Grundschulen rund um das KFG nahmen dieses Mal teil. Das Interesse wachse ständig, sagte Mint-Koordinator Achim Huntermann. „Wir mussten in diesem Jahr auch schon losen.“ Denn es hatten sich viele Schulen beworben, aber die Raumkapazitäten sind begrenzt. „Wir versuchen auf vielerlei Weise Schüler für Naturwissenschaft zu begeistern.“

Das Angebot sei auch eine gute Werbung fürs KFG, da es deutlich zeige, dass das Beueler Gymnasium nicht nur in Musik und Sport, sondern auch in Mint-Fächern gut aufgestellt sei.