Schnelles Internet

Telekom will Beueler Unternehmen an Glasfaser anschließen

Mit einem Info-Mobil machte die Telekom Werbung für ihr Glasfaserprojekt im Bonner Bogen.

Mit einem Info-Mobil machte die Telekom Werbung für ihr Glasfaserprojekt im Bonner Bogen.

RAMERSDORF. Die Telekom will Firmen im Bonner Bogen kostenlos an das Glasfasernetz anschließen. Wieviele Unternehmen sich an dem Projekt beteiligen wollen, ist aber noch unklar.

Die Unternehmen im Bonner Bogen sollen die Möglichkeit erhalten, sich kostenlos an das Gigabit-Hochgeschwindigkeitsnetz der Telekom anschließen zu lassen. So steht es in einer Meldung des Bonner Konzerns zu lesen und am vergangenen Donnerstag warb das Unternehmen mit Unterstützung von Mitarbeitern einer Promotion-Agentur in einem magentafarbenen Wellblech-Citroën am Konrad-Zuse-Platz für das Projekt „Vollg(l)as“.

Die knapp 130 Firmen zwischen der „Joseph-Schumpeter-Straße und der Hermann-Bleibtreu-Straße“ sollen ohne zusätzliche Kosten zwischen einem asymmetrischen Geschäftskundenanschluss mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 MBit pro Sekunde oder einem symme᠆trischen 1 GBit/s-Anschluss wählen können. Aufgrund der fehlerhaften Ortsbeschreibung – gemeint sind wohl Joseph-Schumpeter-Allee und Hermann-Bleibtreu-Ufer - lässt sich vermuten, dass die Aktion wohl nicht in der Bundesstadt geplant wurde. Symmetrische Anschlüsse bieten den Kunden die Möglichkeit, Daten mit der selben Geschwindigkeit hoch- wie herunterzuladen.

„Eine super Idee“, findet das Markus Ortmann. Der Projektleiter vom Softwarehersteller Agindo, der gerade eben erst von der Rohmühle in das Haus der freien Berufe herübergezogen ist, kann den Anschluss kaum erwarten: Für das Unternehmen, das Software für Webseiten oder die Cloud programmiert, ist insbesondere ein symmetrischer Anschluss interessant, weil Agindo deutlich „mehr hoch, als herunterlädt“. Aktuell liefe das eher schleppend, beklagte Ortmann den Ist-Zustand.

Unklarheit über die genaue Dauer

Ob sich an dem nun aber wirklich etwas ändert, ist noch alles andere als sicher: Denn nur, wenn sich bis zu diesem Freitag rund 30 Prozent der Unternehmen im Bonner Bogen für einen solchen Glasfaseranschluss der Telekom entscheiden, soll das Gewerbegebiet noch in diesem Jahr ausgebaut werden. Das sehen die Bedingungen der Aktion vor, die die Telekom auch in weiteren Gewerbegebieten wie zum Beispiel im Bergischen Lindlar durchführt.

Und obwohl die Aktion Ende dieser Woche auslaufen soll, war seitens der Telekom kein aktueller Zwischenstand zu erfahren; vielmehr herrscht offenbar sogar Unklarheit über die genaue Dauer: Einen aktuellen „Wasserstand“ könne er absolut noch nicht nennen, das Programm laufe ja noch bis zum Mai, erklärte ein Sprecher dem GA auf Nachfrage. Später hieß es dann aus selber Quelle, man habe die „Vorvermarktungsphase“ wegen der Nachfrage bis zum 16. April verlängert.

Auch welche Unternehmen sich denn nun überhaupt von dem Angebot angesprochen fühlen sollen, scheint nicht ganz klar: Große Player wie das Softwarehaus SER sind bereits seit fünf Jahren über eine „Knoten- und Kantendisjunkte Glasfaseranbindung mit 622Mbit/s von der Telekom“ mit der Datenautobahn verbunden: Die Kosten dafür musste das Unternehmen damals allerdings selbst tragen, bestätigte der Sprecher der Geschäftsführung Kurt-Werner Sikora auf Anfrage.

Schnelles Internet sei für viele Unternehmen längst eine Existenzfrage im europäischen Wettbewerb, so Sikora. Die Anbindung zu Cloud-Diensten fordere immer höhere Bandbreiten. Daher sei auch sein Unternehmen daran interessiert sowohl als Nutzer wie auch als Anbieter solcher Cloud-Dienste sehr hohe Bandbreiten mit 1 Gbit/s und mehr am Standort Bonn zu erhalten; „selbstverständlich in ausfallsicherer Form mit Zweiwegeführungen“.