Sankt-Adelheid-Gymnasium

Spendenlauf an Bonner Schule bringt 20.000 Euro

Sechs Schülerinnen des Sankt-Adelheid-Gymnasiums präsentieren das Spendenergebnis.

Sechs Schülerinnen des Sankt-Adelheid-Gymnasiums präsentieren das Spendenergebnis.

Pützchen. Schülerinnen des Sankt-Adelheid-Gymnasium sammeln beim Spendenlauf 20.710 Euro. Gymnasiastinnen überreichen zum Schuljahresende die Spendensumme nun an Andheri-Hilfe und Hannah-Stiftung.

Etwa einen Monat ist es her, dass sich 800 Schülerinnen des Sankt-Adelheid-Gymnasiums für den guten Zweck in Bewegung gesetzt haben. Der alle zwei Jahre stattfindende Sponsorenlauf der Schule – „Adelheid bewegt“ – führte die Mädchen über elf Kilometer quer durch Pützchen, Schwarzrheindorf und Geislar mit dem Ziel Spenden für Bonner Hilfsvereine zu sammeln. Nun haben die Schülerinnen im Rahmen des Abschlussgottesdienstes die Spenden an die Andheri-Hilfe und die Hannah-Stiftung übergeben. Bei der Verkündung des Spendenergebnisses machten es alle Beteiligten besonders spannend. Schulpfarrer Dieter Scharf wollte zu Beginn der Messe noch nicht verraten, wie viel Geld die Schülerinnen erlaufen hatten. Eine knappe halbe Stunde sollte vergehen, bis das Geheimnis gelüftet wurde: Nacheinander traten sechs Schülerinnen auf die Bühne, um jeweils ein Schild mit einer Ziffer hochzuhalten. Das Ergebnis: 20.710 Euro. „Wow, nicht schlecht“, sagte Carolin Schulz aus Jahrgangsstufe elf. Und auch ihre Mitschülerin Orla Engstfeld meinte, dass das eine „sehr positive Überraschung“ sei. Gerechnet hätten die beiden, die sich in der Schülerinnenvertretung engagieren, mit maximal 16.000 Euro. „Besser hätte es also wirklich nicht werden können“, sagte Engstfeld.

Volker Wiedeck von der Hannah-Stiftung zeigte sich begeistert vom Einsatz der Mädchen: „Ich finde es eine unglaublich starke Leistung von der Schule und den Schülerinnen“. Ihr „Engagement und Herzblut“ seien enorm wichtig. Von dem Geld will die Hannah-Stiftung die Anschaffung und Ausbildung von Assistenzhunden bezahlen. Die Tiere sollen Opfer sexualisierter Gewalt helfen, wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Angstzustände und Panikattacken machten dies für lange Zeit unmöglich. „Mit Hunden gehen die Türen für die Betroffenen wieder auf“, so Wiedeck. Von den rund 10.000 Euro wird die Hannah-Stiftung bis zu zehn Tiere mitfinanzieren können.

Die andere Hälfte der Summe kommt blinden Menschen in Bangladesch zugute. Rosi Gollmann, Gründerin der Andheri-Hilfe, war gemeinsam mit der Vorsitzenden Elvira Greiner zur Spendenübergabe gekommen. Gollmann berichtete dabei über ihre erste, über 40 Jahre zurückliegenden Reise nach Bangladesch, bei der sie die zahlreichen am Straßenrand sitzenden Blinden zutiefst berührt hätten. Die von ihr daraufhin ins Leben gerufene Aktion „Augenlicht retten“ hat inzwischen über 1,4 Millionen Menschen das Sehvermögen wiedergegeben. Allein durch das Geld der Schülerinnen werde über 200 Menschen das Sehen ermöglicht, so Gollmann. „Sie haben nicht nur sich bewegt, sondern auch dort viel bewegt, wo das Geld hinkommt“, sagte die 91-Jährige.