Behelfsbrücke auf der B56

So läuft der Ausbau der S13 bei Vilich

Projektleiter Jens Sülwold (l.) und Jan-Peter Blumenthal von der Bauaufsicht auf der S13-Baustelle in Vilich: Der Großbohrer (im Hintergrund) soll Löcher für die Pfähle einer provisorischen Brücke in die Erde bohren.

Projektleiter Jens Sülwold (l.) und Jan-Peter Blumenthal von der Bauaufsicht auf der S13-Baustelle in Vilich: Der Großbohrer (im Hintergrund) soll Löcher für die Pfähle einer provisorischen Brücke in die Erde bohren.

BONN. Auf der Baustelle der S13 in Vilich geht es voran. Dort soll später ein wichtiger Bahnkreuzungspunkt entstehen. Der aktuelle Baufortschritt im Überblick.

Wohnt jedem Anfang wirklich ein Zauber inne? Dieser viel zitierte Satz des Dichters Hermann Hesse wird mit Vorliebe bei Projekteinweihungen aufgesagt, wenn der fertige Bau steht. Was den Ausbau der S-Bahn Nummer 13 von Köln nach Bonn angeht, der erst im November vergangenen Jahres begonnen hat, steht man, gemessen an der gesamten Bauzeit, tatsächlich noch ganz am Anfang.

Und die Baustelle nahe der Stadtbahnhaltestelle Vilich gleicht derzeit einer sandigen Wüste. Später soll genau hier ein wichtiger Bahnkreuzungspunkt entstehen, eine Umstiegsmöglichkeit für Pendler, die von der künftigen DB-Haltestelle Vilich in die Stadtbahnlinie 66 umsteigen können beziehungsweise umgekehrt. „Eines der Herzstücke des S13-Anschlusses“, nennt Jens Sülwold, Projektleiter für den Ausbau der S13 von der Deutschen Bahn, diesen Kreuzungpunkt.

Das Projekt, die Weiterführung der S13-Trasse von Troisdorf bis Bonn-Beuel, ist insgesamt auf zehn Jahre ausgelegt. Damit in elf Jahren planmäßig alles fertig ist, müssen die Bauarbeiter eine Vielzahl von Bauphasen hinter sich bringen.

Neue Oberleitungen gesetzt

Am Knoten in Vilich sind im ersten Dreivierteljahr beispielsweise die Kampfmittelsondierungen erfolgt. Kein einfaches Unterfangen, denn die Gleise erschweren die oberirdischen Untersuchungen. „Wir mussten den ersten Meter in die Tiefe praktisch in Handarbeit untersuchen“, erklärt Sülwold. Kleine Löcher wurden dafür in regelmäßigen Abständen gebohrt. Das Ergebnis: negativ. Keine Bombenfunde aus früheren Zeiten. Die Erdung der Brücken ist ebenso erfolgt wie weitere statische Berechnungen. Neue Oberleitungen wurden eingesetzt.

Zurzeit steht ein Großbohrer auf der Baustelle. Mithilfe dieses Geräts bringt die Deutsche Bahn als Bauherrin wuchtige Löcher in die Erde, um später Pfähle für eine provisorische Brücke einfügen zu können. Die Arbeit an den Widerlagern hat begonnen, das sind sozusagen die Halterungen, auf denen die eigentliche Brücke später aufliegen wird. Bis zum Frühjahr nächsten Jahres soll dieses Bauwerk parallel zur jetzigen Brücke führen, die zur Bundesstraße 56 gehört.

DB senkt Trasse ab

Wenn das Provisorium fertig ist, wird der Autoverkehr auf diese neue Brücke verschwenkt. „Die alte Brücke können wir innerhalb von einem Wochenende einreißen“, sagt Sülwold. Der Wiederaufbau an selber Stelle wird im Anschluss in Angriff genommen. Er ist notwendig, weil die zusätzlichen zwei Gleise, die die Deutsche Bahn neben die beiden bestehenden Gleise legen will, eine Verbreiterung der Trasse voraussetzen.

„Für die Erweiterung gelten höhere Anforderungen an die Brücke“, so der Projektleiter. Der Abstand zwischen Zugdach und Brücke muss laut aktueller Vorgaben beispielsweise größer sein als das bisher der Fall war.

Die Brücke, die die Deutsche Bahn für den eigentlichen Eigentümer der B56, den Landesbetrieb Straßen NRW baut, kann aber nicht beliebig hoch gesetzt werden. Sie muss schließlich einigermaßen auf Straßenniveau bleiben. Deshalb senkt die DB die Trasse um zwei Meter ab. Bis es soweit ist, wird es allerdings noch dauern.