Schuljubiläum in Beuel

So feiern die Schüler ihre Josefschule

Beim Festakt zum Jubiläum der Josefschule treffen sich alle in der Turnhalle.

Beim Festakt zum Jubiläum der Josefschule treffen sich alle in der Turnhalle.

Beuel. Zum 200-jährigen Geburtstag der Josefschule erinnern die Schüler an vergangene Zeiten und feiern mit der gesamten Beueler Nachbarschaft.

Viele Gebäude sind so alt, dass sie sicher so manche Geschichte erzählen können – erst recht, wenn es sich dabei um eine Schule handelt, wo immer was los ist. Das mag, wie im Falle der 200 Jahre alten Josefschule an der Agnesstraße, mehr sein, als es so manchem Schüler lieb ist. Dort wurde der runde Geburtstag nun mit einem bunten Nachbarschaftsfest kräftig gefeiert.

Die Erzählung würde wohl mit Bürgermeister Stroof beginnen. Denn er war es, dem diese Schule ihre Gründung zu verdanken hat. Stroof wandte sich 1818 mit einem Antrag an die Regierung, sie möge ein Grundstück in Beuel als Bauplatz für eine Schule mit Schulhof der Gemeinde käuflich überlassen. Die Beueler Kinder gingen zu jener Zeit noch in Vilich zum Unterricht – ein Schulweg, den heutzutage wohl kein Kind mehr zu Fuß zurücklegen würde.

Die Schule war zwar 1820 fertig, doch erst 1825 fand die offizielle Bauabnahme statt. Auch darum hatte sich Stroof noch gekümmert. Verzögerungen am Bau, welche Gründe sie auch haben mögen, sind also nicht unbedingt Erfindungen der Neuzeit. Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Josefschule eine katholische Bekenntnisschule. Damals war sie noch einzügig, heute werden 235 Schüler von 20 Lehrern und zwei Sonderpädagogen unterrichtet.

Jubiläum seit einem Jahr vorbereitet

„Herzlichen Glückwunsch liebe Josefschule, dass du die 200 Jahre mit allen Aufs und Abs so gut überstanden hast“, sagte Wilfried Evertz, Pfarrer in Sankt Josef in Beuel. Menschliche Wärme und persönliche Begleitung schenke die Schule ihren Schülerinnen und Schülern. „Unsere Kinder sind bei dir immer gut aufgehoben. Die Liebe und die Menschenfreundlichkeit sind im Schulalltag wichtige Maßstäbe, um die alle – Lehrer, Eltern und Seelsorger – gemeinsam bemüht sind.“

Seit gut einem Jahr hatten sich alle auf dieses Jubiläum vorbereitet. „Dabei sind wir in das Thema »Schule früher« in Form einer Projektwoche eingetaucht“, sagte Schulleiter Sascha Zuber. „Wir waren mit der ganzen Schule in Kommern und haben uns dort die alte Schule angeschaut.“ Die dritte Klasse habe sich beim Projekt „Schule wie vor 100 Jahren zu Kaiserzeiten“ engagiert. Sogar in Sütterlin zu schreiben, mit Griffel auf Schiefertafeln, haben die Kinder in diesem Schuljahr gelernt. Heute lernen sie bereits, den Computer zu nutzen. Beim Weiberfastnachtsumzug hatten Schüler, Lehrer und Eltern bereits auf ihr Fest aufmerksam gemacht: Alle liefen in Gold verkleidet mit – ein unübersehbarer Hingucker.

„Den heutigen Tag nehmen wir auch zum Anlass, um Danke zu sagen für alle Renovierungs- und Verschönerungsmaßnahmen, die termingerecht abgeschlossen wurden“, sagte Zuber. „Für die nächsten 200 Jahre alles Gute“, sagte Pfarrer Evertz in seinen Grußworten. Mal sehen, welche Geschichten da in der nächsten Zeit noch alle hinzukommen.