Ernst-Kalkuhl-Gymnasium

Schüler lernen im Digi-Camp in Beuel

Kritische Mediennutzer: (v. l.) Lehrerin Yasemin Effenberger, Schulleiter Ulrich Drescher, die Schülerinnen Regina Walter, Teresa Hartmann, Josephine Jordan , Projektleiterin Lara Margard und Ulrich Boos von der Barmer.

Kritische Mediennutzer: (v. l.) Lehrerin Yasemin Effenberger, Schulleiter Ulrich Drescher, die Schülerinnen Regina Walter, Teresa Hartmann, Josephine Jordan , Projektleiterin Lara Margard und Ulrich Boos von der Barmer.

Oberkassel. Experten haben Achtklässler des Ernst-Kalkuhl-Gymnasiums im Digi-Camp geschult. Thema war der sichere und gesunde Umgang mit digitalen Verlockungen.

76 Schülerinnen und Schüler der achten Jahrgangsstufe des Ernst-Kalkuhl-Gymnasiums in Oberkassel sollten jetzt ‚digital gesund‘ sein. Denn sie konnten in dieser Woche in interaktiven Workshops den sicheren und vor allem gesunden Umgang mit digitalen Möglichkeiten in einem „Digi Camp“ erlernen. Versierte Medienpädagogen, Psychologen, Ernährungs- und Fitnessexperten, gestellt von der Firma bg 3000, standen ihnen zum gesunden Umgang mit den neuen Medien Rede und Antwort. „Unser Ziel ist es, Chancengleichheit und digitale Bildung für alle Kinder voranzutreiben“, sagt dazu Lara Margard, Projektleiterin von bg 3000.

„Die Kids sind heute so viel in digitalen Medien unterwegs“, erklärt Yasemin Effenberger, Lehrerin am Kalkuhl, „dass sie sich zwar über Risiken bewusst sein sollten, aber nicht immer wissen, was im Internet mit ihren Daten passiert.“ Von einer anderen Bonner Schule hatte sie über das „Digi Camp“ gehört und war fasziniert von der Idee. „Wir wollen Schülerinnen und Schülern bewusst auf die Risiken aufmerksam machen, aber ihnen auch zeigen, dass wir wissen, was sie interessiert.“

Spuren im Internet bleiben

Josephine J. aus der achten Klasse berichtet, dass sie am ersten Tag über das Internet gesprochen haben, was wichtig ist und was man besser sein lassen sollte. „Nicht alles posten, denn alles bleibt für immer im Internet“, hat sie für sich mitgenommen. „Ich wusste das zwar vorher auch schon, aber das ist mir jetzt viel deutlicher geworden.“ Ein Hacker hatte ihnen zur Abschreckung gezeigt, wie schnell er an Daten herankommt. Sie hat aber auch gelernt, wie man mit Instagram Bilder bearbeitet oder was für Youtube-Videos zu beachten gilt. Teresa H., ebenfalls aus der Acht, hat sich den berühmten Satz „Das Netz vergisst nichts“ gemerkt. Sie berichtet über einen iPad-Workshop, in dem sie verschiedene Apps kennengelernt haben. „Wir haben auch über Ernährung gesprochen“, sagt sie. Über Obst und Gemüse, Diäten und Bewegung und darüber, dass man nicht leichtgläubig alles, was einem im Internet von selbst ernannten Stars vorgegeben wird, für sich übernehmen soll.

„Die Tage waren für mich sehr wertvoll“, zieht Teresa ein positives Fazit. Nina Schmiedel, eine der Referentinnen von bg 3000, zeigte zum Thema „Fakes“ interessante Bilder und Videos. Nicht nur, wie jeder sich mit wenigen Kniffen von bekannten Anwendungen anders präsentieren kann, sondern auch wie Stars sich gerne für das Internet ‚verschönern‘. So hat sie zwei Bilder von Heidi Klum gezeigt, einmal mit normaler Figur und einmal, wie sie sich technisch verschlankt im Internet zeigt.

Ulrich Boos, Regionalgeschäftsführer der Barmer in Bonn, der beim Projekt „Digi Camp“ mit bg 3000 kooperiert, sagte am letzten Tag: „Wer die Fallstricke der neuen Medien kennt, kann besser auf ein ausgewogenes Maß an Konsum und Herausgabe von Informationen achten und die Vorteile für sich nutzen.“ Und das Fazit von Schulleiter Ulrich Drescher lautete: „Als Schule nehmen wir die Verantwortung ernst, neben den Möglichkeiten auch die Fragen und Gefahren der zunehmenden Vermischung von Realität und virtueller Welt zu ergründen. Das Digi Camp ergänzt unsere Medienarbeit und ermöglicht den jungen Menschen den intensiven Austausch mit Personen, die als Externe mit ihnen einen reflektierenden Blick auf Chancen und Risiken der neuen Medien werfen.“