Umweltaktion in Beuel

Schüler der Gesamtschule sammeln Müll am Rheinufer

Die IGS-Schüler (v.l.) Nathalia, Vivien, Luc, Carina, Louis und Levin an einer der Stationen der Müllsammelaktion am Beueler Rheinufer.

Die IGS-Schüler (v.l.) Nathalia, Vivien, Luc, Carina, Louis und Levin an einer der Stationen der Müllsammelaktion am Beueler Rheinufer.

Beuel. Eine Geige und ein Fitnessgerät gehörten zu den Funden der Schüler, die am Wochenende Müll am Beueler Rheinufer gesammelt haben. Am Ende der Aktion kamen rund 300 Kilogramm Unrat zusammen.

Leo und Levin sind konsequent: Die Bonner Abiturienten gehen nicht nur regelmäßig zu Fridays-for-Future-Demonstrationen, sondern machen auch bei Umweltaktionen mit. Etwa am Samstag: Da hatte die Schülervertretung der Integrierten Gesamtschule Bonn-Beuel zum Müllsammeln am Rheinufer eingeladen, und die Gymnasiasten waren diesem Aufruf gefolgt. „Es bringt ja nichts, wenn man nur redet“, meinte Leo. „Es müssen Taten folgen.“

Also statteten sie sich an der ersten von vier Stationen, die die Gesamtschüler zwischen Kennedy- und Nordbrücke aufgebaut hatten, mit Mülltüten und Handschuhen aus und machten sich auf die Suche nach Dingen, die andere Menschen weggeworfen hatten oder die vom Rhein ans Ufer gespült worden waren. Sie waren nicht die einzigen, die sich bewusst dafür auf den Weg gemacht hatten. Im Lauf des Nachmittags kamen immer mehr engagierte Bonner, um mitzuhelfen – teils mit der ganzen Familie. „Man muss etwas machen“, sagte Katja Jerschabek. Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass man seine Abfälle wieder mitnehme, meinte sie. Den Müll aufzusammeln, sei eine gute Sache. „Aber die Ursache wird nicht angepackt. Nächste Woche sieht es hier wieder genauso aus.“ Die Verursacher sollten stärker kontrolliert und zur Kasse gebeten werden, forderte Jerschabek.

„Die Stadt Bonn sollte hier mehr Mülltonnen aufstellen“, meinte Alexandra Beecker, die sich spontan an der Aktion beteiligte, da sie mit ihrem Hund in dem Gebiet unterwegs war. Dann müsse man zum Beispiel Hundekotbeutel nicht so weit transportieren. Dennoch sei es das Sinnvollste, den Müll einzusammeln, sagte Elke Küpper, deren Söhne an der Durchführung der Aktion beteiligt waren. Sie stellte aber auch fest: „Das ist eine Sisyphos-Arbeit.“ Je länger man suche, desto mehr finde man.

Nördliches Rheinufer ist beliebter Treffpunkt

Und es wurde eine ganze Menge gefunden: eine kleine Geige, ein Fitnessgerät, Fahrradteile, eine Regentonne, jede Menge Verpackungsmüll, gebrauchte Einmalgrills oder auch Glasscherben. Bonnorange hatte das Arbeitsmaterial dafür bereitgestellt und holte die vollen Mülltüten auch ab, die mit Lastenfahrrädern an den Straßenrand gebracht worden waren. Nach Angaben der Schülervertretung kamen am Ende rund 300 Kilogramm Müll zusammen.

Die Helfer konnten sich zwischendurch mit Tee aufwärmen. Wer mitgeholfen hatte, durfte sich zum Dank an den Stationen mit Bio-Drinks, Müsliriegeln und Brötchen stärken. Letztere hatte die Bäckerei Elmar Klein gesponsert. Außerdem waren die Bioläden Momo und Alnatura beteiligt.

Hintergrund der Aktion ist, dass sich die Schülervertretung an der Fridays-for-Future-Bewegung beteiligt. „Wir werden von der Schule stark unterstützt“, sagte SV-Mitglied Tabea. Und da wolle man natürlich nicht nur fürs Klima demonstrieren, sondern auch selbst aktiv werden. Den nördlichen Rheinufer-Abschnitt hatten sich die Schüler ausgesucht, weil er von der Schule aus am nächsten liegt. „Wenn wir uns privat treffen, dann in diesem Bereich“, erklärte IGS-Schüler Levin. Fürs nächste Mal hoffte Tabea auf weitere Unterstützer. Denn die Sammelaktion solle in der Grillsaison wiederholt werden, sagte sie.