Schwimmbäder in Bonn

Sanierung der Beueler Bütt kostet 1,6 Millionen Euro

Beuel. Der vorerst letzte Akt der Sanierung der Beueler Bütt ist erfolgreich abgeschlossen. Am frühen Dienstagmorgen hat ein Kran von der Goetheallee aus eine rund drei Tonnen schwere Stahlkonstruktion auf das Flachdach gehoben.

Die Stadt hat eine lange Reparaturliste zur Sanierung der Beueler Bütt abgearbeitet. Am Dienstag hat ein Kran eine Stahlkonstruktion auf das Flachdach des Beueler Hallenbades gehoben, mit deren Hilfe eine neue Lüftung auf dem Dach der Beueler Bütt befestigt werden soll. Daher war der Parkplatz für zwei Tage gesperrt. Die meisten Frühschwimmer hatten indes dafür keinen Blick. Schließlich war der Badparkplatz seit Sommer wegen Dacharbeiten ohnehin gesperrt.

Wie eine Art Laufsteg mit begehbaren Gitterrosten auf kniehohen Stelzen wirkt die rechteckige Stahlkonstruktion auf dem Dach. In der Mitte dieses Rahmens sind Flächen freigelassen, dort soll die neue Lüftungsanlage für Duschkabinen, Umkleiden und Nebenräume positioniert werden. „Die Lüftung ist derzeit nur provisorisch installiert. Für die Schwimmhalle steht eine separate Lüftung im Keller. Diese Trennung ist vorgeschrieben“, erläutert Wolfgang Schade, beim Städtischen Gebäudemanagemant (SGB) zuständig für Bauunthaltung. Während der Sommerferien, wenn das Hallenbad turnusmäßig wegen Wartungsarbeiten geschlossen wird, soll die neue Lüftungsanlage angeschlossen werden, so der Plan. Nach Schades Einschätzung sollte die Beueler Bütt nach diversen Reparaturen wieder beanstandungsfrei laufen. So sieht es auch das städtische Presseamt: „Es sind zurzeit keine unvorhergesehenen Schäden erkennbar, die den Bäderbetrieb beeinträchtigen würden.“

Zur Erinnerung: Überraschend musste das Hallenbad am 27. November 2017 für fast ein Jahr geschlossen werden, weil sich immer wieder neue gravierende Mängel zeigten. Vereinssport und Schulschwimmen fielen in der Zeit teils aus, teils wurden sie in andere Hallen verlegt. Bürger und Politik machten aus ihrem Unmut darüber keinen Hehl. Kritisiert wurden die marode Technik und der Sanierungstau in dem 1969 eingeweihten Hallenbad.

Immer wieder neue Defizite entstanden

Zunächst hatte die Technik der Filteranlagen versagt; die Wasserhygienewerte lagen weit über der Norm. Zudem gab es Probleme mit der Wasseraufbereitung und der Beckenhydraulik. Die Reparatur zog sich hin, unter anderem weil die Facharbeiten erst ausgeschrieben werden mussten. Damals war von sechsstelligen Reparaturkosten die Rede. Alles zusammengerechnet belaufen sich die Gesamtkosten der Maßnahme laut Presseamt aktuell auf rund 1,6 Millionen Euro. Denn die Liste der dringenden Reparaturen wurde immer länger, und die angekündigte Wiederöffnung musste mehrmals verschoben werden.

So stand beispielsweise nach einem starken Sommerregen Wasser in den Umkleiden. Eine Untersuchung ergab, dass die Abhangdecken in Duschen, Toiletten, Umkleiden und im Eingangsbereich ausgetauscht werden mussten. Außerdem war das Flachdach über dem Eingang, den Umkleiden sowie der Dienstwohnung sanierungsbedürftig. Dann zeigte die Lüftungsanlage in der Schwimmhalle Defizite. Die alte wurde entfernt und durch eine provisorische ersetzt. Zuletzt hatte eine Firma versehentlich eine Wasserleitung angebohrt.

Gewährleistungsarbeiten im Rahmen der Sanierung der Wasseraufbereitung konnten laut Presseamt wegen der Auslastung der Fachfirma erst Anfang 2019 durchgeführt werden. Für die Sommerferien ist neben dem Einbau der Lüftungsanlage auch die Sanierung des sogenannten Sägezahndachs auf der Schwimmhalle geplant.