Rundgang durchs Franz-Elbern-Stadion

Rost, Schimmel und Stolperfallen

BEUEL. Rostige Eingangstore, holprige Wege, löchriger Rasen und Schimmel in den Kabinen: Wenn Manuel Lopez, Vorsitzender des SV Beuel 06, aufzählt, was am maroden Franz-Elbern-Stadion sanierungsbedürftig ist, weiß er kaum, wo er anfangen soll.

"Als ich vor rund 20 Jahren als Spieler beim SV Beuel angefangen habe, war das noch ein ganz anderes Stadion", sagt Lopez. Doch seitdem ist das Gelände regelrecht verfallen. "Es wurde in den letzten Jahrzehnten eben kaum etwas investiert." Das soll sich nun noch in diesem Jahr ändern.

Das Elend beginnt schon, wenn man das Gelände vom Parkplatz an der Straße Am Stadion aus betritt. "Hier war einmal der repräsentative Haupteingang zum Stadion", sagt er. Doch die Pförtnerhäuschen sind verwahrlost. Ein altes Sofa steht herum.

"Wir wurden beim Sperrmüll mal wieder vergessen." Die Mauer, auf der in grünen Buchstaben auf verwaschen-gelblichem Grund "Franz Elbern Stadion" steht, hat Bruchstellen. Und am weißen Tor, das rechts davon zum Tennenplatz führt, blättert der Lack ab und macht dem Rost den Weg frei. Maschendrahtzaun und Hecken sind löchrig. "Wir haben große Schwierigkeiten, das Gelände abzusperren und deshalb immer wieder Probleme mit Vandalismus", sagt Lopez.

Wurzeln haben den Weg, der entlang des Tennenplatzes zum Clubheim führt, zu einer Stolperfalle aus angehobenen Steinen gemacht. "Wenn es regnet, sind der gesamte Weg und Teile des Platzes überschwemmt", sagt Lopez.

An Fußballspielen ist dann nicht zu denken. Schiefe, verrostete Handläufe säumen den Weg zum unteren Teil des Geländes, dem großen ovalen Stadion. Die mit Gras bewachsene Steintribüne hat den verwunschenen Charme einer Amphitheater-Ruine aus der Römerzeit.

Allerdings: "Besonders einladend, sich dort hinzusetzen, ist sie nicht." Einer der Eckpfosten fehlt an der metallenen Barriere, so dass das Geländer, dürftig mit Klebeband umwickelt, spitz in Richtung Weg zeigt. "Dass ist nicht nur hässlich, sondern auch gefährlich", sagt Lopez.

Ähnliches gilt für den großen Rasenplatz. "Unsere erste Mannschaft weigert sich schon, darauf zu spielen, weil wir mehrere Verletzungen wegen der Hubbel und Löcher hatten." Auch die Kabinen und Duschen sind wenig einladend.

Dicke Schimmelflecken sind ringsum zu sehen. "Vor Kurzem wurde neu gefliest, aber dieses Flickwerk bringt nicht viel", sagt Lopez. "Eigentlich müsste das ganze Gebäude abgerissen und neu gebaut werden."

Der SV Beuel 06 ist einer der ältesten und einer der erfolgreichsten Fußballvereine in Bonn. Franz Elbern, Nationalspieler in den 30er-Jahren, hat hier gespielt. Auch Bundesliga-Spieler Jan-Ingwer Callsen-Bracker hat zu Anfang seiner Karriere hier Station gemacht. "Heute ist die Anlage für manche ein Grund, nicht für den SV Beuel 06 zu spielen".

Derzeit spielt die erste Herrenmannschaft in der Bezirksliga Mittelrhein. Zwar seien die Ränge bei Heimspielen längst nicht mehr so gefüllt wie zu früheren Zeiten. Zu Bedauern sei der Zustand des Stadions aber trotzdem. "Schließlich ist es die Bezirkssportanlage, sie wird von Schulen genutzt und repräsentiert ja auch ein Stück weit Beuel."

Doch Verbesserung ist in Sicht: Noch in diesem Jahr soll der Tennenplatz in einen Kunstrasen umgebaut werden. Auch eine Bewässerungsanlage für den Rasenplatz soll installiert und die marode Tribüne gesichert werden.

Insgesamt stellt die Verwaltung dafür rund 700.000 Euro zur Verfügung. "Das sind erste Schritte", sagte Manuel Lopez. Andere Baustellen, wie die maroden Kabinen und rostigen Tore, brüchigen Mauern und schwachen Flutlichter bleiben aber vorerst bestehen.

Franz Elbern

Geboren wurde Franz Elbern 1910 in Lüttich. Gemeinsam mit seinen Brüdern spielte er beim SV Beuel 06. Zwischen 1935 und 1937 absolvierte der Rechtsaußen acht Länderspiele und erzielte zwei Tore. Er starb am 23. Februar 2002 in Beuel. Die Spielstätte seines Heimatklubs wurde anschließend in Franz-Elbern-Stadion umbenannt.