Nazi-Demo am 1. Mai

Rechtsextreme wollen in Beuel demonstrieren

BONN. Die Rechtsextremen werden am 1. Mai nicht in der Bonner Innenstadt sondern in Beuel demonstrieren. Das teilte die Polizei mit. Dies sei das Ergebnis der letzten Abstimmungsgespräche gewesen.

"Wir haben die Sachlage intensiv geprüft, Dabei haben sich auch weiterhin keine Gründe für ein Verbot der Versammlung der Rechtsextremisten ergeben. Wir werden allerdings Möglichkeiten schaffen, damit sich der friedfertige Protest auch in Beuel formieren kann."

Gegenproteste wird es geben. "Am 1. Mai sind alle Bonner Beueler", sagte Mani Stenner, Sprecher des Bündnisses "Bonn stellt sich quer", das zahlreiche Mahnwachen, Kundgebungen und Co. gegen die Demo angemeldet hat. "Wir werden auch unsere Aktionen auf der linken Rheinseite aufrecht erhalten, um zu zeigen, dass für die Neonazis kein Platz in Bonn ist." Die größten Veranstaltungen allerdings würden nach Beuel verlegt.

Zwar ist der genaue Zugweg der Rechtsextremen immer noch nicht bekannt. Aber Stenner hat einige Vermutungen. So habe die Polizei nichts gegen den geplanten Zug der Gegendemonstranten von Bonn zum Konrad-Adenauer-Platz einzuwenden, "vom Beueler Bahnhof aus dahin allerdings schon". Deswegen vermutet er, dass "die Route der Neonazis vom Bahnhof aus durch das Herz Beuels führen wird. Wir werden die Beueler unterstützen."

Bezirksbürgermeister Wolfgang Hürter hatte schon Kontakt zum Gegenbündnis. "Ich habe persönlich Probleme mit Demos von rechtsradikalen Verfassungsfeinden. Ich werden alle demokratischen Kräfte aufrufen, dagegenzuhalten." Er werde mit dafür sorgen, dass Beuel aufsteht.

"Wir werden alle gemeinsam überlegen, wie wir dem Nazispuk ein Ende bereiten." Das tut auch die Gewerbe-Gemeinschaft Beuel, die sich bei ihrem Treffen gestern Abend mit dem Aufmarsch befasst hat. Zwar haben die Geschäfte am 1. Mai geschlossen, "aber wir sind auch als Mensch und Bewohner angesprochen", sagte der Vorsitzende der GGB, Paul Arehns.