Aktionssonntage im Heimatmuseum Beuel

Raritäten aus dem Kräutergarten

Wer nett fragt, darf auch mal probieren: Kräuterexpertin Inge Parusel führt leidenschaftlich gerne ihre Besucher durch den Kräutergarten hinter dem Heimatmuseum.

Wer nett fragt, darf auch mal probieren: Kräuterexpertin Inge Parusel führt leidenschaftlich gerne ihre Besucher durch den Kräutergarten hinter dem Heimatmuseum.

Beuel. Inge Parusel bietet Führungen durch ihr Reich der Gewächse im Garten des Beueler Heimatmuseums. Es ist nicht der einzige Aktionssonntag in der Wagnerstraße.

Ob Kölnischwasser-Minze, Schafgarbe oder Jiagolan, auch bekannt unter dem mystisch klingenden Namen „Kraut der Unsterblichkeit“: Im Kräutergarten des Heimatmuseums sprießen neben den prominenten Alltagskräutern auch Raritäten aus dem Boden. Herrin über das Reich der Gewächse ist die Drogisten-Tochter Inge Parusel, die interessierte Besucher leidenschaftlich gerne durch den Garten führt.

„Insgesamt wachsen hier mehr als 70 Pflanzenarten in 14 unterschiedlichen Beeten“, sagt Parusel. „Viele der Kräuter in unserem Garten sind im Laufe der Zeit in der Bevölkerung in Vergessenheit geraten.“ Wie zum Beispiel die Deutsche Gartenkresse, die mit ihrem Artgenossen aus dem Supermarkt nur wenig gemeinsam hat. „Sie hat große, staudenähnliche Blätter“, erklärt Parusel.

„Auch geschmacklich unterscheidet sie sich erheblich von der aus dem gewöhnlichen Handel. Die Deutsche Gartenkresse schmeckt nämlich ähnlich wie Wasabi und ist sehr scharf.“ Wer jetzt neugierig geworden ist, darf gerne zum Probieren im Museumsgarten vorbeikommen.

Die vielen längst vergessenen Pflanzenarten lernte sie durch ihren Vater kennen. „Er hatte Bücher aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, in denen Kräuter für die Herstellung von Medikamenten und Pflegeprodukten abgebildet waren“, erzählt sie. Mit vielen Aktionen, zum Beispiel der Herstellung von Kräutersalzen, möchte Parusel ihr Wissen weitergeben.

Anlässlich der Aktionssonntage des Heimatmuseums wird sie zusammen mit ihren Mitstreiterinnen Sauerkraut zubereiten. Am 6. November wird geschnitten, gehobelt, gestopft und gewürzt, bis aus Weißkohl ein leckeres Sauerkraut geworden ist. Wer es süß mag, kann Imker Felix Elschner lauschen.

Darüber hinaus bietet das Heimatmuseum (Wagnerstraße 2) am 23. Oktober ein tolles Programm: Von 15 bis 18 Uhr dreht sich alles um wohlig warme Pullover. Strickexpertin Regina Heinen erklärt den Weg der Wolle vom Schaf bis zum Pullover und zeigt, wie spinnen, stricken und häkeln funktionieren. Apothekerin Bettina Marx-Elschner kreiert Pillen aus feinster Schokolade.