Initiative Anti Atom Bonn

Protest gegen Atomtransporte

Demo vor dem Beueler Bahnhof: „Kein Atomtransport durch Bonn“ und „Atomkraftwerke abschalten“ war auf den Bannern zu lesen.

Demo vor dem Beueler Bahnhof: „Kein Atomtransport durch Bonn“ und „Atomkraftwerke abschalten“ war auf den Bannern zu lesen.

Beuel. Mitglieder der Initiative Anti Atom Bonn informierten im Rahmen eines bundesweiten Aktionstags Reisende über Atomtransporte mit der Bahn.

"Keine Atomtransporte durch Bonn" und "Atomkraftwerke abschalten" war auf den Bannern zu lesen, mit denen die Aktivisten der Initiative AntiAtomBonn am Donnerstag vor dem Beueler Bahnhof Flagge gegen die Atomenergie zeigen wollten. Ein paar Transparente lagen allerdings etwas verloren im Regen und die kleine Schar von gut 15 Demonstranten hatte sich unter die Vordächer und auf den Bahnsteig zurückgezogen.

Dennoch wurden fleißig Flugblätter verteilt und aus dem mitgebrachten Lautsprecher ertönte gedämpfte Musik: "Täglich rollen Züge mit atomarer Fracht durch die Bundesrepublik. Bonn mit seiner zentralen Lage in der Rheinschiene und seiner Nähe zu den Atomanlagen in Gronau , Lingen und Ahaus ist davon besonders betroffen", erläuterte Initiator Herbert Hoting den wenigen Reisenden auf dem Bahnsteig. Transportiert würden Vorprodukte der Brennelementherstellung wie das Uranerzkonzentrat Yellow cake und hochgiftiges Uran-Hexafluorid.

"Im Hamburger Hafen liegt gerade die „Bright Sky“ am Kai und an Bord befinden sich 20 Container auf denen deutlich sichtbar das Radioaktivitätszeichen prangt“, fuhr Hoting fort: Das habe man zum Anlass genommen, einen bundesweiten Streckenaktionstag durchzuführen: „Mit Mahnwachen entlang der Hauptroute für die radioaktive Fracht von Hamburg nach Frankreich“, so der Aktivist.

Regelmäßige Mahnwachen

AntiAtomBonn veranstaltet regelmäßig solche Mahnwachen gegen Atomtransporte durch das Stadtgebiet: „Wir sind gegen Atomtransporte generell und weltweit und setzen uns dafür ein, den Weiterbetrieb von Atomkraftwerken in Deutschland und ganz Europa zu stoppen.“

Die Transporte würden von den Genehmigungsbehörden geheim gehalten, beklagen die Demonstranten. Stadtverwaltung, Feuerwehr und Katastrophenschutzbehörden würden vorab nicht informiert und die Bevölkerung wisse nicht, was sich vor ihrer Haustür abspiele. Wenn ein Zug mit dem als relativ ungefährlichen geltenden Yellow Cake verunglücke und sich das Material mit dem Wind verteile, sei die unmittelbare Gefahr des Einatmens gegeben, so Hoting.

"Da ist Lungenkrebs vorprogrammiert." Das Uranerz kommt vorwiegend aus Usbekistan oder Südafrika, wird per Schiff nach Hamburg gebracht und von dort mit Zügen über die Strecke Bremen - Münster - Köln-Bonn/Beuel -Trier in das französische Narbonne transportiert, von wo es als Uran-Hexafluorid nach Deutschland zurückkehrt.

Seine Initiative fordere eine konsequente Umsetzung des Bonner Anti-Atomtransport-Ratsbeschlusses, in dem der Transport von Kernbrennstoffen und seinen Vorprodukten durch das Stadtgebiet abgelehnt wird.