Schiffer-Verein feiert sein 155-jähriges Bestehen

Promenadenfest in Beuel als Liebeserklärung

Mit seiner gesungenen Liebeserklärung an Beuel erfreute Käpt’n Reiner Burgunder die Besucher des Promenadenfestes.

Mit seiner gesungenen Liebeserklärung an Beuel erfreute Käpt’n Reiner Burgunder die Besucher des Promenadenfestes.

Beuel. Der Schiffer-Verein feiert sein 155-jähriges Bestehen beim Promenadenfest am Rhein. Die Bonner Böllerschützen eröffnen das zweitägige Fest.

„Im 155. Jahr unseres Bestehens fühlen wir uns als Schiffer-Verein verpflichtet, das traditionelle Promenadenfest zu einem Höhepunkt der Veranstaltungen auf der rechten Rheinseite werden zu lassen“, sagte Käpt’n Reiner Burgunder als 1. Vorsitzender des Schiffer-Vereins nicht ohne Stolz, da in diesem Jahr bereits das städtische Promenadenfest sowie auch die River-Party der CDU ausgefallen sind.

Auch wenn sich am Samstagvormittag der Andrang noch in Grenzen hielt, zeichnete sich schon ab, dass das attraktive Programm des Vereins eine Vielzahl Bonner von beiden Seiten des Rheins anziehen würde. Mit dem vom Schiffer-Verein angekündigten und dann auch tatsächlich eingetroffenen schönstem Sommerwetter konnte zwei Tage lang gefeiert werden.

Dreh- und Angelpunkt des auf der Promenade in Höhe des Chinaschiffs eingerichteten Festplatzes war „Mobilmuck“, die vor fünf Jahren neu geschaffene Replik der Nepomukstatue neben einer Miniaturausgabe des geschmückten Fahnenmastes. In diesem stilvoll maritimen Ambiente eröffnete die Bundestagsabgeordnete Claudia Lücking-Michel zusammen mit dem Beueler Bezirksbürgermeister Guido Deus, dem Vereins-Käpt’n, dem traditionell dazu aufspielenden Dudelsackspieler Martin Fischer und den Bonner Böllerschützen das Fest.

Mit der „Ode an Beuel“ schloss sich die gesungene Liebeserklärung des Käpt’ns Burgunder an seinen Stadtteil an: „Doo, wo onsere Rhing ne Boore mäht, für dat Ufer ‚des schäl Sick‘ mer sare däht, wo dat Sibbejebirch sing Eng erreich, wo mer für hundert Johr hat de Wäsch jebleich, do litt ming Beuel, ming lieblich Beuel“, so die erste von sechs Strophen der „Ode“, die der Schiffer-Verein als CD mit weiteren Liebeserklärungen an Beuel wie „Träumendes Bonn“ von den Vier Sterneburgern oder dem „Beueler Duft“ von Omi un Opi herausgeben wird.

Viele Besucher warteten bereits auf die geräucherten Forellen, die alljährlich als besondere kulinarische Spezialität von den Mitgliedern der befreundeten Fischerei-Bruderschaft aus Bergheim an das Beueler Rheinufer gebracht wurden. Wer zu früh kam, musste sich mit der zur „Schifferwurst“ umdeklarierten Currywurst zufriedengeben, die sich allerdings mit ihrer pikanten Bier-Zwiebelsauce als eine ernst zu nehmende Alternative darstellte.

Neben Kaffee, Waffeln, großer Kuchenauswahl und vielerlei Alkoholfreiem konnten diesmal auch ganz zeitgemäß „Hugo“ oder „Spritz“ am Burgundertresen bestellt werden. Mit ein wenig Glück erhielt man sein Glas aus der Hand der ehemaligen Wäscherprinzessin und amtierenden Bonna Patty Burgunder. Letztlich ist ihre Mitgliedschaft im Schiffer-Verein dem Vereinskapitän zu verdanken, der vor zwölf Jahren Gutes damit tat, die damalige Männergesellschaft auch für Frauen zu öffnen, was zur Folge hatte, dass sich die Mitgliederzahl inzwischen von 300 auf etwa 600 Schifferinnen und Schiffer verdoppelt hat.