Vorteile für Umsteiger auf künftige S13

Politiker beschließen neuen Busbahnhof für Beuel

Auf dem Gelände des Güterbahnhofs soll parallel zur Königswinterer Straße ein Busbahnhof gebaut werden.

Auf dem Gelände des Güterbahnhofs soll parallel zur Königswinterer Straße ein Busbahnhof gebaut werden.

Beuel. Nach mehr als neun Jahren des Streits hat die Bezirksvertretung Beuel einstimmig beschlossen, auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs einen neuen Busbahnhof errichten zu lassen.

Die Politik hat sich gegen die Stadtplaner durchgesetzt und in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Beuel einstimmig den umstrittenen Busbahnhof auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs beschlossen. Damit endet nach mehr als neun Jahren ein Streit um Sinn und Zweck eines Busbahnhofs an der Königswinterer Straßen.

Die Stadt hatte zuvor nochmals ausführlich erklärt, warum sie statt eines zentralen Busbahnhofs lieber Haltestellen parallel zur Königswinterer Straße in Höhe des Evonik-Areals bauen will. Das Ein- und Ausfahren über die Königswinterer Straße auf das Güterbahnhofsgelände ist laut Stadt mit unvermeidlichen Umwegen im Busverkehr verbunden. So ergäbe sich pro Fahrzeug eine Fahrzeitverlängerung von bis drei Minuten.

Davon betroffen wären an Werktagen mehr als 10.000 Busfahrgäste. Nach Berechnungen der Stadtwerke Bonn (SWB) würde durch die längere Fahrstrecke die Betriebskosten für die Buslinien 603, 608, 609 und 636 im Jahr um insgesamt etwa 600.000 Euro ansteigen. Allerdings räumten die Stadt- und Verkehrsplaner auch ein, dass ein Busbahnhof Vorteile für Umsteiger auf die künftige S13 hätte.

Und genau dieses Argument führten nahezu alle Parteien als ausschlaggebend für den Busbahnhof an. Bezirksbürgermeister Guido Déus (CDU) sagte: „Ich will die Mehrkosten und die längeren Fahrzeiten gar nicht hinterfragen, weil es an dieser Stelle einen Zeit- und damit auch Geldgewinn durch den Umbau der Kreuzung zu einem Kreisverkehr geben wird.“ Letztlich dürften die Kosten aber an dieser Stelle nicht entscheidend sein, weil der Ausbau des Bahnhofs und der Königswinterer Straße die städtische Entwicklung Beuels für die nächsten Jahrzehnte prägen wird. „Deshalb bitte ich die Stadt, jetzt mit Feuer und Flamme an die Planung heranzugehen und keine Zeit mehr zu verlieren“, erklärte Déus.

Politik macht Verwaltung Vorwürfe

Dieter Schaper (SPD) erinnerte daran, dass die Stadt dieses für Beuel so wichtige Thema über Jahre verschleppt habe. Haltestellen an einer Straße mit Gefälle zu bauen, sei wenig nutzerfreundlich. „Stadtentwicklung kostet Geld und das ist an dieser Stelle gut angelegt“, so Schaper.

Zehiye Dörtlemez (FDP) nannte noch ein weiteres Thema, das mit der Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes eng verbunden ist: „Die Beueler warten schon seit vielen Jahren auf den Umbau der Fußgängerunterführung in Richtung Obere Wilhelmstraße. Die Politik forderte alle diese Punkte schon seit Jahren. Ich kann nicht verstehen, warum die Verwaltung sich ständig widersetzt.“

Reinhard-Friedemann Schulz von der Allianz für Bonn warf der Verwaltung sogar kleinkariertes Denken vor: „Gerade vor dem Zusammenhang mit dem beschlossenen Kulturquartier macht der Ausbau des Bahnhofs erst recht Sinn.“

Doro Schmitz (Die Grünen) sieht auch deutlich mehr Vor- als Nachteile beim Bau eines Busbahnhofs: „Die Königswinterer- und die Siegburger Straße werden im Bahnhofsbereich städtebaulich aufgewertet, da muss das direkte Bahnhofsumfeld auch verbessert werden.“

Weitere Beratung: Der Planungsausschuss berät am Mittwoch, 20. Juni, über die Vorschläge der Stadtverwaltung und der Hauptausschuss entscheidet letztlich am Donnerstag, 5. Juli.