Vorfall am AfD-Wahlstand

Politik-Kontrahenten werden handgreiflich

BONN. Zu einem Zwischenfall kam es kürzlich an einem Wahlstand der Alternative für Deutschland (AfD) in Beuel an der Friedrich-Breuer-Straße.

Wie die Polizei am Mittwoch bestätigte, waren ein Mann und eine Frau, der ehemalige Grünen-Bundestagabgeordnete (1985 bis '87) Torsten Lange (69) und die Studentin Jana Klein, Fraktionsvorsitzende der Liste Undogmatischer StudentInnen im Studierendenparlament der Bonner Uni, aneinandergeraten.

Es kam zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung, bei der sich beide nach eigenen Angaben leicht verletzten. Unmittelbar im Anschluss riefen beide Kontrahenten die Polizei. Daniela Lindemann von der Polizei-Pressestelle zufolge ist nun der Staatsschutz mit den Ermittlungen befasst.

"Das ist bei solchen Vorfällen, wenn es um Wahlen geht, üblich", erklärte sie. Nähere Details dürfe die Polizei aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht nennen.

Jana Klein, die telefonisch für den GA nicht zu erreichen war, erklärte in einer Pressemitteilung, sie habe auf dem Weg zum Einkaufen beim Vorbeigehen einen Karton mit AfD-Wahlwerbung vom Standtisch gestoßen.

"Ich hatte erst tags zuvor im Internet von den Statements der Partei gelesen, die von denen der NPD nun wirklich nicht mehr zu unterscheiden sind", schreibt sie. Sie habe mit ihrer Aktion ihre Ablehnung deutlich machen wollen. Daraufhin sei sie von Lange geschlagen und getreten worden.

Lange, der kein AfD-Mitglied ist, aber deren Politik unterstützt, bestreitet das. "Ich habe in meinem ganzen Leben noch keine Frau geschlagen", sagt der pensionierte Lehrer, der von 2009 bis 2011 Mitglied bei Pro NRW war, dann aber austrat, weil die Partei ihm zu rechtsradikal geworden sei.

Er habe die Frau lediglich aufhalten wollen, damit sie den Karton wieder aufhebe. "Ich habe sie dazu am Arm festgehalten", sagte er. Daraufhin habe die Studentin, "die meine Tochter sein könnte", wie wild auf ihn eingeschlagen.