Neues vom Eis-Mann

Polarmeer-Abenteurer Bernd Späth veröffentlicht seinen dritten Arktis-Roman

BEUEL. Auf der rechten Rheinseite war er Jahrzehnte lang zu Hause. Sein Büro für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit lag in Beuel am Rathaus, privat wohnte er am Sonnenhang des Siebengebirges. Vielen Bürgern sind seine Romane, Theaterstücke und Filmdrehbücher in guter Erinnerung. Seit 2002 lebt Bernd Späth als Autor und Produzent in München. Jetzt hat er ein neues Buch geschrieben.

In den vergangenen Jahren war es ruhig um ihn geworden. Eine Krankheit zwang ihn zu einer Auszeit. Doch jetzt hat er sich eindrucksvoll zurückgemeldet: Seit wenigen Wochen gibt es ein neues Werk von ihm mit dem Titel "Gibt es Eis in Oklahoma?". Späth, der Pfeife rauchende Hüne, dessen Leidenschaft seit je her das Polarmeer ist, lässt seinen neuesten Roman wieder in der Arktis spielen.

Das Werk handelt von einer schwierigen, durch die Scheidung der Eltern geprägten Vater-Sohn-Beziehung: Der arktische Jäger Hagen will aus seinem sensiblen Sohn Halvard einen harten Naturburschen formen. Für die verzweifelte Liebe des Kleinen, der dem Wiedersehen mit seinem Vater entgegengefiebert hatte, fehlen Hagen alle Antennen. Im Gegenteil: Er spielt seine jägerische Überlegenheit mitleidlos aus, ignoriert alle Tränen und Hilferufe des Zwölfjährigen.

Hagen hat eine Robbe geschossen auf dem Sassenfjord, und nun muss Halvard den Kadaver auf dem Packeis abhäuten. Doch er kann seinem Vater nichts recht machen. Auf das Flehen des Kindes nach einem Minimum an Anerkennung für sein angstvolles Bemühen reagiert Hagen stets mit noch schärferen Anforderungen und noch schrofferem Ton.

Nicht ansatzweise spürt er, wie das Kind ihn in Wirklichkeit vergöttert und sich ihm aus Liebe bis zur Selbstaufgabe unterwirft. Und ausgerechnet dem großen arktischen Jäger passiert nun das tödliche Malheur: Als er auf dem Tempelfjord eine weitere Robbe abhäutet, bricht eine Quadratkilometer große Scholle aus dem Packeis, hilflos treiben sie gemeinsam den Fjord hinaus Richtung Eismeer, einem erbärmlichen Ende entgegen.

Die Geschichte ist kraftvoll erzählt und spannend bis zur letzten Seite des Romans. Die Schilderung arktischer Naturschauspiele ist überzeugend und basiert auf Kenntnisreichtum. In den 80er- und 90er-Jahren ist Bernd Späth mehrfach von der rechten Rheinseite in den hohen Norden aufgebrochen.

Der heute 61-Jährige nahm an bisher fünf Arktis-Expeditionen auf der norwegischen Eismeerinsel Spitzbergen teil und erreichte 1983 als erster Deutscher die Nordspitze der Insel über das Inlandeis (der GA berichtete damals). Insgesamt legte er circa 10 000 Kilometer über polares Packeis und Gletscher zurück, verbrachte viele Wochen alleine in einer Hütte und überstand zwei Eisbärenangriffe.

Zu seinen bekanntesten Werken zählt die Satire "Seitenstechen". Sie wurde 1985 von Roxy-Film verfilmt. In den Hauptrollen spielten Mike Krüger, Thomas Gottschalk und Susanne Uhlen. Sein Roman "Robbenfraß" wird 2013 in Kanada verfilmt - mit Andrew Jackson in einer der Hauptrollen. Mit seinem aktuellen Werk "Oklahoma" hat Späth seine Arktis-Trilogie beendet.

An seine Zeit im Rheinland erinnert sich Späth gerne zurück: "Das waren kreative Jahre mit einem guten Output. 1974 bin ich nach Bonn gekommen und habe dort Jura an der Uni studiert. Die herrliche Abendsonne am Siebengebirgshang vermisse ich."

Der Roman "Gibt es Eis in Oklahoma?" ist im IL-Verlag Basel erschienen und kostet 18,90 Euro.

Zur Person

Bernd Späth wurde 1950 in Bayern geboren. Volksschule und Abitur 1970 in Fürstenfeldbruck. Es folgte ein Jura-Studium in München. April 1974 Umzug an den Rhein. Januar 1981: Ablegung des 1. Juristischen Staatsexamens in Bonn. 1982 machte er sich in Beuel selbstständig als Berater, Autor und Journalist. Heute schult er in München als Business Coach Führungskräfte. In seiner Freizeit schreibt Späth Romane, Drehbücher und Theaterstücke.