Pützchen ist wieder Ordenssitz der Karmeliter

Farbenfrohe Messgewänder prägen das Bild beim Ordenfest in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Sankt Adelheid.

Pützchen. Die indischen Patres feierten in der neuen Pfarreiengemeinschaft am Ennert ein buntes Fest.

Rote goldverzierte Schirme, indische Klänge und farbenfrohe Messgewänder prägten am Montagabend den Gottesdienst in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Sankt Adelheid. Der indische Karmeliterorden CMI- Carmelites of Mary Immaculte lud erstmals zum Ordenfest an seiner neuen Niederlassung in Deutschland ein.

 Bereits im Frühjahr 2011 hatte der Generalkoordinator Pater Josey Thamarassery des ehemals in Bad Godesberg ansässigen CMI-Ordens das Amt des Pfarrvikars in der Pfarreiengemeinschaft "Am Ennert" übernommen, im Dezember wurde Pater Thomas Arakkaparambil als leitender Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft eingeführt (der GA berichtete). Mit der Amtseinführung der Padres ist Pützchen wieder CMI-Ordenssitz.

Syro-Malabrischen Ritus

Nicht im lateinischen Ritus, sondern im Syro-Malabrischen Ritus beging Beuels Stadtdechant Wilfried Evertz zusammen mit den etwa 30 Ordensbrüdern die Heilige Messe. Auch viele Glaubensschwestern wohnten dem Fest bei. Der Ritus werde in Indien von etwa 3,5 Millionen Christen, vor allem in der Gegend rund um Kerala gefeiert, erklärte Pater Thomas der Gemeinde vor der Messe.

Die Grundhaltung sei sehr stark geprägt von der Lobpreisung und der Danksagung für die Gnade Gottes. "Die Heilige Messe ist hier ein Fest, deswegen ist auch alles sehr bunt. Liturgische Farben kennt der Ritus nicht", sagte Arakkaprambil. Fremd mag die Messe zunächst in ihrer Fröhlichkeit gewirkt haben, aber ebenso auch mitreissend und aufbauend. "Die meisten Lieder werden Sie nicht verstehen, aber wir haben auch zwei deutschsprachige Stücke aufgenommen", erklärte Pater Thomas der Gemeinde.

Geschichte des CMI

Im Anschluss an den Gottesdienst fand im Pfarrzentrum ein Begegnungsabend statt. "Wir möchten mit dem Ordensfest den CMI-Orden vorstellen und bekanntmachen", so Thamarassery.

Seit dem ersten Jahrhundert nach Christus fasste das Christentum zunehmend auf dem indischen Subkontinent, doch erst 1831 wurde mit CMI der erste einheimische Orden Indiens in Kerala gegründet. Die Ordensgründung ging dabei von den drei Diözesanpriestern Thomas Palackal, Thomas Porookara und dem 1986 von Papst Johannes Paul II. während seiner Indienreise selig gesprochenen Kuriakose Elias Chavara zurück. Die Leitlinien des Ordens entstammen karmelitischen, mittelöstlichen und indischen spirituellen Traditionen.

Im Laufe der Zeit wuchs die Zahl der Ordensmitglieder auf aktuell 3.000 Brüder in sechs Missionsdiözesen in Nordindien, in 15 Provinzen Indiens und 27 anderen Ländern. 114 CMI-Brüder arbeiten derzeit in 16 deutschen Bistümern.