Universitäts- und Landesbibliothek Bonn

"Oberkasseler Zeitung" ab sofort online

Die Oberkasseler Zeitung gibt es jetzt auch online.

Die Oberkasseler Zeitung gibt es jetzt auch online.

OBERKASSEL. Vom Anfang des 20. Jahrhunderts mit einem Mausklick ins digitale Zeitalter. Seit dieser Woche steht die "Oberkasseler Zeitung" online - und zwar in der digitalen Sammlung der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn (ULB).

Vor rund 100 Jahren brachte der Oberkasseler Buchdruckerei-Besitzer und Verleger Johannes Düppen die "Oberkasseler Zeitung" heraus, die zwischen 1918 und 1941 aus dem heutigen Beueler Stadtbezirk berichtete. "Johannes Düppen hat die "Oberkasseler Zeitung" zu einem richtigen, ordentlichen Blatt gemacht, das in fast allen Haushalten der Gemeinde gelesen wurde", erklärt der Historiker Helmut Kötting, der zwei Schriften über Düppen und die "Oberkasseler Zeitung" herausgebracht hat.

Dreimal wöchentlich informierte der Verleger zwischen dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Beginn des NS-Regimes die Oberkasseler über das lokale und überregionale Geschehen. Rund zwei Jahre hat es gedauert, den umfangreichen Geschichtsschatz in die digitale Welt zu übertragen.

Sebastian Freistedt, Vorsitzender des Heimatvereins Oberkassel, und weitere Mitglieder haben 2013 in Eigeninitiative und auf eigene Kosten die bestehenden Mikrofilme digitalisieren lassen.

Dabei sind mehr als 14 500 doppelseitige Dateien entstanden mit einem Volumen von 210 Gigabyte. "Die ULB hat daraufhin ihre Bereitschaft erklärt, die Oberkasseler Zeitungen in ihren digitalen Sammlungen zu präsentieren", berichtet Michael Herkenhoff, Leiter des Dezernats 5 "Handschriften, Altbestand" der ULG.

Die doppelseitigen Dateien seien daraufhin im Sommer 2014 auf Kosten der ULB in Einzelseiten getrennt worden. Noch fehlende Ausgaben wurden ergänzt.

"Als Heimatvereinsvorsitzender kann ich mich über diese Entwicklung nur freuen. War es vor dem Jahr 1988 nur möglich, die einzelnen Zeitungen in ihren gebundenen Bänden durchzublättern, war es bereits ein Quantensprung, als man die Zeitungen auf Mikrofilm fotografierte und somit leichter zugänglich machte", erklärt Sebastian Freistedt.

Allerdings mussten Interessierte dazu immer das Archiv des Heimatvereins oder das Stadtarchiv Bonn besuchen. Wenn nun jemand sehen will, was sich zur Zeit seiner Geburt im Ort abspielte, ob es vielleicht sogar eine Geburtsanzeige gab, oder wenn jemand nach eine Todesanzeige eines Verwandten, oder einer Bekanntgabe einer Geschäftseröffnung, Kommunion, Heirat sucht, kann er das zu Hause vorm heimischen Bildschirm tun.

Freistedt: "Der Heimatverein hofft, auf diese Weise noch mehr Menschen Heimatgeschichte nahe zu bringen. Und letztlich setzen wir da an, wo die Zeitung aufhört: Wer Weiteres zu einem Thema erfahren möchte, kann uns ganz gezielt auf solch einen Presseartikel ansprechen."