Ausstellung von Freizeitkünstlern

"Neustart" in Beuel ermöglicht inklusive Malerei

Klieneten des ambulant betreuten Wohnens stellen ihre Kunstwerke aus, die sie unter der Anleitung von Bianca Maria Rosenau (mi) geschaffen haben.

Klieneten des ambulant betreuten Wohnens stellen ihre Kunstwerke aus, die sie unter der Anleitung von Bianca Maria Rosenau (mi) geschaffen haben.

Beuel. Die erste Ausstellung in den Räumen von „Neustart“ in Beuel ist bis Ende Januar geöffnet. Sie zeigt inklusive Malerei von Freizeitkünstlern.

Die vier Freizeitkünstler Birgit, HP, Hans Michael und Gerda strahlten bei ihrer Vernissage in den Räumlichkeiten von „Neustart – Betreutes Wohnen und ambulante Dienstleistungen“. In gemütlicher Atmosphäre saßen sie mit Pädagogin und Kunstpädagogin Bianca Maria Rosenau und Regionalleiterin Anna Isringhausen zusammen. Die ausgestellten Bilder waren allesamt farbenfroh und strahlten etwas Freundliches, Unbeschwertes aus.

Neben abstrakten Zeichnungen gab es auch figürliche, konkrete Bilder zu bewundern. „Neustart“ gehört zur gemeinnützigen Gesellschaft Hohenhonnef der Cornelius-Helferich-Stiftung. Seit 2001 bietet „Neustart“ in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis ambulant betreutes Wohnen für Menschen mit Behinderung oder psychischen Erkrankungen an. Die vier Künstler, die bei Neustart ausstellen, haben ein Handicap, das sie in ihrem Alltag einschränkt, dennoch können sie aber alleine leben. „Neustart“ bietet bei Bedarf Hilfe und Unterstützung an. Neben einer festen Tagesstruktur nimmt auch die Freizeitgestaltung einen wichtigen Teil ein und so entschieden sich Gerda, Birgit und HP, mit dem Malen zu beginnen oder es weiterzuführen, und wurden während der Malprozesses von Bianca Maria Rosenau begleitet. Bei einem Treffen, das einmal im Monat stattfindet, war auch Hans Michael dabei. Aber er male lieber zu Hause, sagte er.

„Ich habe schon als Kind gerne gemalt und nie damit aufgehört“, so Hans Michael. Neben farblich wohlüberlegten Zusammenstellungen arbeitet er gerne mit Spachtelmasse und verarbeitet Steine oder Holz in seinen Bildern. Birgit bezeichnet das Malen als ihr Hobby. „Ich bin durch den Freizeitkalender auf das Malatelier aufmerksam geworden“, sagte sie. Sie malt oftmals Bilder aus ihrer Erinnerung an bestimmte Situationen. Für Gerda ist das Malen „Unterhaltung, man kommt auf andere Gedanken“. HP hat bereits viel Malerfahrung. Seine Bilder verschenkt er auch gerne an die Betreuer. Rosenau sagte, dass das Malatelier, das seit Januar 2017 besteht, den Teilnehmern das Malen ohne Leistungsdruck in einer leisen, entspannten und ruhigen Atmosphäre ermöglicht. „Ich unterstütze die Künstler, wenn sie das möchten und gehe individuell auf jeden ein“, sagte sie. Sie gebe Themenideen, aber letztendlich könnten die Teilnehmer selbst entscheiden, was sie malen möchten. Sie sei lediglich die Begleitung, so Rosenau. „Jeder kann sich individuell erfahren und neue Kraft tanken, die sich dann in neuer Stärke auch nach Außen spiegelt“, sagte Rosenau.

Die Ausstellung ist noch bis Ende Januar bei „Neustart“, Obere Wilhelmstraße 33, zu sehen. Wer sich die Bilder ansehen möchte, sollte vorher im Büro anrufen unter 02 28/42 27 47 12.