Zahlreiche Konzerte in Beueler Kirchen

Musik und Gedichte am vierten Advent

Beuel. Am vierten Adventswochenende haben zahlreiche Konzerte in Beueler Kirchen stattgefunden. In diesem Jahr wurden die Bürger aufgefordert, nicht nur zuzuhören, sondern auch aktiv mitzumachen. Comedian Bernhard Hoëcker liest in der Doppelkirche ein Märchen von Hans Christian Andersen.

Oberkassel. "Gitarrenstudio goes Jazz" lautete das Konzertmotto des Gitarrenstudios Bonn. Kinder und Jugendliche der alteingesessene Talentschmiede zeigten beim Weihnachtskonzert im katholischen Pfarrsaal den Besuchern ihr im vergangenen Jahr verfeinertes oder neu erlerntes Gitarrenspiel. Der weihnachtlich beleuchtete Raum mit hoher geschmückter Tanne trug zur Konzertstimmung bei.

"Gitarre spielen soll natürlich in erster Linie Spaß machen, aber es gehört sehr viel Übung und eben auch die regelmäßige Disziplin des Übens dazu, um Fingerfertigkeit zu schulen", sagte Studioleiter Uwe Claus. Die Kinder spielten akustische Gitarre, Westerngitarre und elektrisch verstärkte Gitarre wie etwa Schülerinnen des St.-Adelheid-Gymnasiums mit einem lyrischen Stück "Christmas time is here" für Gitarre und Sprecherinnen.

Neben traditionellen Liedern im jazzigen Gewand, im Quartett gespielt wie "Silent Night" von Franz Xaver Gruber oder einer mehrstimmigen Premiere von Georg Friedrich Händel "Unto us", wurden auch amerikanische Klassiker wie "Santa Baby" oder "Rudy the rednose reindeer" gespielt. Bemerkenswert, meinten viele Konzertbesucher, waren Konzentration und Souveränität der Nachwuchstalente. Achim, ein besonderes Nachwuchstalent, spielte "Peteneras", ein ruhiges Stück des spanischen Flamenco-Gitarristen Paco Pena vor. Der Elfjährige ist im nächsten Jahr bereits mit seinem Programm bei Jugend musiziert dabei. Das Publikum lauschte sehr aufmerksam, fast andächtig seinen Klängen. rae

Pützchen. Das Singen gehört einfach zum Advent dazu. Deshalb hatte Marita Hersam, Kirchenmusikerin im Seelsorgebereich "Am Ennert", am Samstag alle Menschen eingeladen, die in der hektischen Vorweihnachtszeit ein wenig zur Ruhe kommen wollten. So war denn die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Adelheid mit Menschen aller Altersstufen gut besetzt, als Marita Hersam alte und neue Weihnachtslieder anstimmte. Da wurde "Tochter Zion" genauso überzeugend mitgesungen wie die "Dicken roten Kerzen".

So manche Kindheitserinnerung mag in den Herzen der Menschen beim Singen der alt vertrauten Melodien aufgekommen sein. "Die meisten Menschen hierzulande haben als Kinder Weihnachtslieder lieben gelernt und sind gerne bereit, sich wieder neu darauf einzulassen", so Marita Hersam, "aber selbst mich hat überrascht, wie gut das Angebot angenommen wurde." Begleitend hat die Messdiener-Leiterrunde Glühwein und Kinderpunsch auf dem Kirchplatz angeboten. Hier blieb Gelegenheit zu einem kleinen "Klön". hol

Schwarzrheindorf. Mit einem abwechslungsreichen Konzert stimmte der BonnSaiChor mit seinem Auftritt die Besucher in der malerischen hell erleuchteten Doppelkirche Schwarzrheindorf auf Weihnachten ein. Den BonnSaiChor gibt es seit 2013, nachdem Kinder und Jugendliche, unter der Leitung von Chorleiter Thomas Honickel, bereits drei Jahre gemeinsam unter dem Namen "Bobbys Klassik Choir" musiziert hatten. Zu hören waren etwa romantische Solo- und Chormusik aus England. Zeitgenössische Kompositionen von John Rutter oder Andrew Carter und Barockmusik von Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel.

Der Kinderchor wurde diesmal von einem Erwachsenenchor, "Eltern und Friends", einem neuen Chor, der neben dem Kinderchor zum BonnSaiChor gehört, unterstützt. Den Erwachsenenchor gibt es erst seit kurzem. Dirigiert und fast lautmalerisch schön begleitet am Klavier wurden die Chöre von Thomas Honickel. Zum Weihnachtsprogramm gehörten zwischendurch auch Gedichte. Kinder aus dem Chor trugen etwa von Theodor Storm "Knecht Ruprecht" vor.

Gerührt waren viele Zuhörer, als Comedian Bernhard Hoëcker ernst und gefühlvoll das wohl bekannteste Märchen des Dänen Hans Christian Andersen vortrug. "Das Mädchen mit den Schwefelhölzern". Die tragische Geschichte eines kleinen Mädchens, das auf der Straße Schwefelhölzchen verkauft, sich dabei an seine frühe Kindheit und die Großmutter erinnert und zum Ende der Geschichte doch erfriert. Mit dem Weihnachtslied "O, du fröhliche", von den Chören und den Besuchern gemeinsam gesungen, endete das eindrucksvolle Weihnachtskonzert in der Doppelkirche.