Sankt Martin

Martinswoche auch für Nicht-Christen in Beuel

Im Einsatz für das Brauchtum Sankt Martin: (v.l.) Nicola und Lina von Kutzleben, Friedhelm Kruth, Guido Déus und Stephan Kern.

Im Einsatz für das Brauchtum Sankt Martin: (v.l.) Nicola und Lina von Kutzleben, Friedhelm Kruth, Guido Déus und Stephan Kern.

Beuel. Die Unesco hat das rheinische Brauchtum zum Immateriellen Weltkulturerbe erklärt. Die Beueler Organisatoren bieten eine Martinswoche auch für Nicht-Christen an.

Die im Oktober von der Weltkulturorganisation Unesco getroffene Entscheidung, die Tradition Sankt Martin in der Region zwischen Rhein, Maas und Eifelvorland offiziell als Immaterielles Kulturerbe des Landes NRW anzuerkennen, verleiht dem Martins-Ausschuss Beuel-Mitte Rückenwind in seinen Bemühungen, das Martinsfest im Stadtbezirk zu revitalisieren.

Mit der Einladung zu einer Martinswoche vom 4. bis 11. November wollen die Ehrenamtlichener für dieses Brauchtum werben. Auftakt ist diesen Sonntag mit einem Familiengottesdienst, den Pfarrer Wilfried Evertz ab 11.15 Uhr in der Kirche Sankt Josef, Hermannstraße halten wird.Damit gedenken die Beueler des Heiligen Martin von Tours, dessen 1700. Geburtstag die katholische Kirche vor zwei Jahren gefeiert hat. „Aufbauend auf den christlichen Bezug des Martinsfestes verkörpert die Martinsbotschaft – Teilen verbindet – für Menschen aller Konfessionen eine gemeinsame Kultur des Miteinanders, der Toleranz und des Respekts und besitzt vor allem in unserer heutigen Zeit eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung. Wir wollen das Martinsfest öffnen für alle Menschen, die keine Christen sind“, erklärte Stephan Kern, Vorsitzender des Martinsausschusses und gleichzeitig Sankt Martin von Beuel-Mitte.

Höhepunkt der Martinswoche ist am Donnerstag, 8. November, der große Martinszug in der Beueler Innenstadt (siehe „Die ersten Martinszüge“). „Seit zwei Jahren führen wir dazu in enger Kooperation mit der Kirchlichen Bürgerstiftung Johannes Nepomuk ein Martinsspiel auf, damit die Geschichte wieder lebendig wird“, sagte Kern. Die Stiftung sponsert Technik, Beleuchtung und Weckmanntüten, auf deren Rückseite die Martins-Geschichte aufgeschrieben steht. „Freiwillige werden nächste Woche circa 3500 Weckmänner in Tüten verpacken“, so Friedhelm Kruth von der Nepomuk-Stiftung. Das Martinsspiel wird ab 18.15 Uhr von der Klasse 6d des Kardinal-Frings-Gymnasiums im Stadion, Ringstraße, aufgeführt. Martins-Ausschuss und Nepomuk-Stiftung wollen ihre Zusammenarbeit intensivieren. So sind Projekte angedacht, die über das Kalenderjahr den Gedanken des Martinsbrauchtums „Teilen verbindet Konfessionen“ zum Ausdruck bringen.