Polizei warnt Eltern

Mann wollte Jungen an Spielplatz in Geislar ins Auto locken

BONN. Aufregung in Geislar: Zweimal haben Eltern in den vergangenen Wochen beobachtet, wie ein Unbekannter Kinder am Spielplatz an der Fabristraße ansprach. Die Eltern haben reagiert.

Viele Eltern sind derzeit beunruhigt und lassen ihre Kinder nicht mehr unbeaufsichtigt in Geislar spielen. Auslöser für die Aufregung: In den beiden vergangenen Wochen haben Eltern bereits zweimal einen fremden Mann dabei beobachtet, wie er am Spielplatz in der Fabristraße Kinder angesprochen und offenbar zum Mitkommen aufgefordert haben soll.

Beim zweiten Vorfall am vergangenen Donnerstag, haben Eltern den Mann wiedererkannt, ihn festgehalten und die Polizei benachrichtigt. „Wir haben sofort eine Streife zum Spielplatz geschickt“, erklärt Polizeisprecher Frank Piontek. „Von dem ersten Vorfall am 12. Juli hatten wir bis dahin allerdings keine Kenntnis.“

Erste Ermittlungen der Polizei ergaben dann, dass es sich bei dem Mann um einen Prospektverteiler handelt. „Wir haben seine Personalien überprüft und festgestellt, dass er einen festen Wohnsitz in Bonn hat“, so Piontek. Bisher sei er polizeilich nicht aufgefallen. Gleichwohl erhielt er von den eingesetzten Beamten und in der Folge auch durch die Ermittler des Kriminalkommissariats 12 die klare Aufforderung, sich nicht mehr an Kinderspielplätzen zu zeigen.

Polizei gibt Handlungsempfehlungen

„Wir werden jetzt natürlich gemeinsam mit den Eltern den Vorfall vom 12. Juli aufarbeiten“, sagte Piontek. Denn der Mann sei eindeutig als derjenige identifiziert worden, der bereits eine Woche zuvor den Jungen direkt angesprochen hat. „Die Eltern haben auf jeden Fall alles richtig gemacht. Es war gut, dass sie ihn festgehalten und uns gerufen haben.“ Jeder, der eine verdächtige Beobachtung mache, solle sich umgehend an die Polizei wenden. Gleichzeitig sollten auch Kinder noch einmal sensibilisiert werden.

„Sie sollten gar nicht reagieren, wenn sie von Unbekannten angesprochen werden und sofort Hilfe holen. Außerdem sollten sie gar nicht auf ein Fahrzeug zugehen, das ihnen unbekannt ist“, rät Piontek. „Kinder müssen auch lernen, dass sie eine Aufforderung oder einen Zuruf ignorieren und weitergehen dürfen. Auf Zurufe von Fremden müssen Kinder nicht hören. Und es ist nicht unhöflich, wenn sie einfach weitergehen. Sie haben ein selbstverständliches Recht auf Selbstschutz und Sicherheit“, heißt es in Handlungsempfehlungen der Polizei.

„Ich habe meinem Sohn die Geschichte zuerst nicht geglaubt, weil er mir sie so unaufgeregt erzählt hat. Erst als eine Mutter, die Augenzeugin war, davon berichtet hat, habe ich den Vorfall ernst genommen“, sagt die Mutter des elfjährigen Jungen, der von dem Mann angesprochen worden war. „Ich habe noch drei jüngere Kinder und mache mir nun Sorgen, ob der Mann es erneut versucht. Durch eindeutige Handzeichen hat er versucht, meinen Sohn in seinen weißen Ford Transit zu locken“, so die Mutter, die namentlich nicht genannt werden will.

Mit Freunden aus dem Dorf hat die Mutter nun eine Aufsicht organisiert, damit die Kinder trotzdem auf den Spielplatz gehen können. „Das Thema ist Dorfgespräch. Egal, wo ich hinkomme, man wird darauf angesprochen.“ Das bestätigen auch Birgit Lehnertz und Eva Johannes. Beide Mütter lassen ihre Kinder nicht mehr alleine auf den Spielplatz. „Wir sprechen uns immer ab und begleiten die Kinder“, sagten sie.

Mittlerweile wurde seitens der Polizei an die Eltern im Ort appelliert, ihre Kinder nicht unbeaufsichtigt zu lassen. Auch auf dem Weg zu Ferienaktionen oder zu privaten Verabredungen sollen Kinder nicht alleine gelassen werden. Der für Geislar zuständige Bezirksbeamte der Bonner Polizei, Ludwig Löv, hat zudem die Mitarbeiter der OGS der Adelheidisschule über die Vorfälle informiert. Daraufhin haben die Betreuer der Ferienaktion alle Eltern angerufen und entsprechend unterrichtet.

Handlungsempfehlungen für Eltern im Zusammenhang mit Vorfällen, bei denen Kinder von fremden Personen angesprochen werden, sind im Internet auf der Webseite der Bonner Polizei abrufbar.