Verein gibt Platz und Vereinsheim auf Letzter Anstoß auf Asche beim TuS Pützchen

Der TuS Pützchen zieht um: Trainer Jörg Amthor (l.) und Abteilungsleiter Niklas Obendörfer freuen sich auf den neuen Kunstrasenplatz.

Pützchen. Der TuS Pützchen gibt seinen Fußballplatz und das Vereinsheim auf. Das neue Kunstrasenfeld an der Gesamtschule soll Ende Oktober fertig sein.

Noch wird täglich ab 17 Uhr gedribbelt, gekontert und gepasst. Doch in wenigen Tagen gehen die Flutlichter am Fußballplatz des TuS Pützchen am Rosenbach für immer aus, werden die Tore endgültig abgebaut. Seit 70 Jahren ist der alte Aschenplatz Heimat, Trainingsort sowie Schauplatz von Freundschafts- und Meisterschaftsspielen mitten im Ort.

In wenigen Wochen beginnt für die Kicker von Beuels ältestem Sportverein eine neue Ära. In der kommenden Saison werden sie auf Kunstrasen auflaufen. Allerdings nicht an gleicher Stelle, sondern etwas weiter entfernt an der Gesamtschule in Beuel. Geht alles nach Plan, dann wird der neue TuS-Platz bis Ende Oktober fertig sein. „Dann haben wir die gleichen Wettbewerbsbedingungen wie die anderen Vereine. Außer uns spielt keiner mehr auf Asche“, freut sich Jörg Amthor, Trainer der 1. Mannschaft. Dennoch, ohne Wehmut werden die Vereinsmitglieder nicht Abschied nehmen. Zur Erinnerung werden kleine Reagenzgläser mit der „heiligen Asche“ – so TuS-Vorsitzender Michael Schütte – verkauft.

„Ein Kunstrasenplatz ist kein Vergleich mit diesem“, erklärt Niklas Obendörfer, Abteilungsleiter Fußball beim TuS Pützchen. Die Verletzungsgefahr ist auf Asche höher, bei Nässe bilden sich schnell Pfützen und im Winter wird der Platz bei Frost gesperrt.

Neues Vereinshaus gesucht

Den rötlichen Belag einfach durch Kunstrasen zu ersetzen, war an dieser Stelle jedoch nicht möglich. Denn schließlich wird das Gelände jedes Jahr für Pützchens Markt benötigt. Auf dem Sportplatz werden Wildwasser- und Achterbahn aufgebaut. „Dafür müssen Halterungen tief in den Boden getrieben werden. Das macht Kunstrasen nicht mit. Der Platz wäre nach der Kirmes total zerstört“, erläutert Amthor.

Deshalb sei man froh, dass in Zusammenarbeit mit der Stadt eine andere Lösung gefunden worden sei, und der TuS seinen Betrieb jetzt komplett an die Gesamtschule verlagert, ergänzt Obendörfer. Für den Anfang können die Kicker die Umkleideräume der Schule nutzen; in zwei Containern soll Arbeitsmaterial gelagert werden können. „So ein schönes Vereinshaus wie hier werden wir jedoch nicht haben“, erklärt Obendörfer. Doch er hofft, dass sich auch dafür in absehbarer Zeit eine Lösung finden lässt. „Vielleicht gibt es noch ein kleines Grundstück, das wir nutzen können.“

Kunstrasen attraktiv für neue Spieler

Für Trainer Amthor ist der Wechsel von Asche auf Kunstrasen eine „riesige Chance“ für den Verein. „Damit werden wir den TuS weiter nach vorne bringen“, ist er sich sicher. „Der neue Platz wird viele Spieler anlocken. Dadurch sichern wir die Zukunft des Vereins.“

Sang- und klanglos gehen werden die Vereinsmitglieder aber nicht. Am Samstag treffen sie sich zu einer großen Abschiedsparty vor Ort. „Wir haben viele langjährige Mitglieder. Denen wird es nicht leicht fallen, den angestammten Platz aufzugeben“, meint Amthor. Denn für viele war er nicht nur Trainings- und Spielstätte, sondern auch ein Ort der Begegnung, der Pflege von jahrelangen Freundschaften mit vielen netten Erinnerungen. „Da wird sicher das eine oder andere Tränchen verdrückt werden“, meint der Trainer der 1. Mannschaft.

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