Kläranlage Beuel

Leck in Schlammdruckleitung repariert

Loch nach Leck in einer Druckleitung am Jüdischen Friedhofes.

Loch nach Leck in einer Druckleitung am Jüdischen Friedhofes.

Beuel. Das Loch in einer Druckleitung an der Kläranlage Beuel, durch die Klärschlamm transportiert wird, bleibt noch eine Weile bestehen. Die Stadt wartet die Analysen der Bodenproben ab, bevor sie die Grube verfüllt.

Ein großes Loch am Jüdischen Friedhof in Schwarzrheindorf zieht derzeit die Blicke von Spaziergängern des nahen Rheindamms auf sich. Das Loch ist derart groß, dass es den halben Fußgängerweg entlang des Friedhofs weggerissen hat. Ein Durchkommen ist an der Stelle derzeit nicht möglich – auch Absperrungen verhindern dies. Die Grube ist die Folge eines Lecks in der Schlammdruckleitung der Kläranlage Beuel. An dieser Stelle war am 31. Mai infolge einer Havarie eine kleine Menge Klärschlamm ausgetreten. Der an die Oberfläche gelangte Schlamm wurde noch am selben Tag von einem speziellen Saugfahrzeug aufgenommen und in die Bad Godesberger Kläranlage zur Reinigung gebracht. Normalerweise transportiert die Leitung den Klärschlamm unter dem Rhein auf die gegenüberliegende Rheinseite in die Kläranlage Salierweg.

Auch ein Bodenaustausch kann möglich sein

Weil das Leck im Wasserschutzgebiet aufgetreten ist, habe die Stadt vorsichtshalber Bodenproben entnommen, erklärte das städtische Presseamt auf GA-Anfrage. Die Ergebnisse liegen der Stadt Bonn bislang allerdings noch nicht vor, weshalb das entstandene Loch auch noch nicht verfüllt werden konnte. „Wir gehen davon aus, dass wir die Ergebnisse im Laufe der nächsten Woche erhalten“, hieß es. Erst danach könne verfüllt werden, möglicherweise müsse aber auch der Boden dort teilweise ausgetauscht werden. Laut Presseamt könne die Schadstelle nur „mit speziellen Böden verdichtet und geschlossen werden“. Dabei handle es sich um einen „bindigen Boden“, da dieser ein Unterspülen des nahen Deiches verhindere. Ein bindiger Boden kann Wasser aufnehmen und auch halten.

Ein solcher Bodenaustausch steht allerdings nach Auskunft von Achim Höcherl, Leiter der Bonner Kläranlagen, derzeit nicht an. „Es sind noch nicht alle Testergebnisse da – aber die, die da sind, sind unauffällig“, so Höcherl. Die Proben werden von einem externen Labor untersucht, die Kontrollen benötigen die entsprechende Zeit. Einmal am Tag kontrolliert ein Mitarbeiter der Beueler Kläranlage das Loch. „Immer wieder müssen wir dabei die Absperrungen wieder richtig hinstellen, weil sich einige Passanten nicht an die Absperrung halten und sich Platz verschaffen“, so Höcherl.

Leitung führt unter dem Rhein her

Unmittelbar, nachdem die Schadensursache Ende Mai festgestellt worden war, hatte das Tiefbauamt der Stadt Bonn die Druckleitung stillgelegt. Zuvor hatte sich der Schlamm seinen Weg durch die Bodenschichten nach oben gesucht und ist dann an der Oberfläche ausgetreten.

Der Schaden an der Leitung sei schon zwei Tage nach der Havarie behoben worden, erklärte das städtische Presseamt – seitdem sei sie auch wieder in Betrieb. „Wir kontrollieren die Leitung regelmäßig. Anhand des in der Leitung vorherrschenden Druckes können wir erkennen, ob es ein Leck gibt“, so Höcherl. Gerade das Leitungsstück, das unter dem Rhein verlaufe, müsse ständig kontrolliert werden. „Ein Leck dort wäre katastrophal“, so der Bonner Kläranlagen-Chef.

Das Leck vor drei Wochen am Jüdischen Friedhof sei an einem Verbindungsstück entstanden, also nicht an der Leitung selber. „Das Teilstück von der Kläranlage bis zur Schadensstelle wurde erst vor fünf Jahren erneuert, die Leitung dahinter stammt aus den 1970er- und 1980er-Jahren, und an dem Verbinder der beiden Leitungen gab es nun das Leck“, erklärte Höcherl.

Sollten auch die restlichen Testergebnisse unauffällig sein, kann der Aushub, der derzeit direkt neben dem Loch lagert, wieder zum Verfüllen genutzt werden.