Übergangsfrist für Kita

Landhaus in Oberkassel wird verkauft

Das Landhaus liegt an der Kinkelstraße, knapp hundert Meter vom Oberkasseler Rheinufer entfernt.

Das Landhaus liegt an der Kinkelstraße, knapp hundert Meter vom Oberkasseler Rheinufer entfernt.

Oberkassel. Für 1,4 Millionen Euro hat die evangelische Kirchengemeinde Oberkassel das historische Landhaus mit Garten an der Kinkelstraße 7 an den gemeinnützigen Verein „Wohngefährten Bonn“ verkauft.

Im Gebäude ist der evangelische Kindergarten untergebracht. Mitte Januar wurde der Vertrag bereits unterzeichnet. Sehr lange habe man nach einem geeigneten Interessenten gesucht, sagt Udo Blaskowski, stellvertretender Vorsitzender des Presbyteriums.

Die Entscheidung, sich von der Immobilie zu trennen, ist dem dringend notwendigen Sanierungsbedarf geschuldet. Die Kirchengemeinde rechnete mit bis zu 500.000 Euro an Investitionen. „Wir konnten uns das Gebäude einfach nicht mehr leisten. Eine andere Wahl hatten wir nicht“, erläutert Blaskowski. Im Vertrag hat die evangelische Kirchengemeinde eine Klausel festgeschrieben, die im Falle eines Verkaufs Bedingung ist: Der Kindergarten bleibt noch fünf Jahre in dem Haus.

Neue Kindertagesstätte soll gebaut werden

Die evangelische Kirchengemeinde ist demnach Mieter in der Kinkelstraße 7 und zahlt monatlich 2400 Euro kalt. Dazu wurde jetzt ein Mietzuschuss für das Kindergartenjahr 2018/19 im Rahmen des Kinderbildungsgesetzes (Kibiz) bei der Stadt beantragt. Die Sache eilt, denn die Anmeldung beim Land muss bis diesen Donnerstag erfolgen. Der Bonner Hauptausschuss wird in seiner Sitzung an diesem Dienstag darüber entscheiden. Nach Abzug des Trägeranteils, des Landeszuschusses und der zu erwartenden Elternbeiträge käme auf den städtischen Haushalt eine Mehrbelastung in Bezug auf die Mietrefinanzierung von knapp 6000 Euro pro Jahr zu.

Derzeit hat die Kita eine Gruppe mit 22 über Dreijährigen, die von zwei Vollzeit- und einer Teilzeit-Erzieherin betreut werden. Laut Blaskowski hat das Presbyterium den Beschluss gefasst, eine neue Kindertagesstätte zu bauen. In Betracht käme dazu auch eines der Grundstücke im Kirchenbesitz an der Kinkelsstraße. Überdies gäbe es Gespräche mit dem Jugendamt, eine zweite Gruppe einzurichten.

Nachbarn können Räume nutzen

Der neue Eigentümer „Wohngefährten Bonn“ will an der Kinkelstraße 7 ein Mehrgenerationenwohnprojekt realisieren. Seit geraumer Weile hat der Verein nach einer geeigneten Immobilie gesucht. Geplant seien die Sanierung der beiden alten Bestandsgebäude und zwei Neubauten für 14 Parteien. Sowohl das englische Landhaus wie auch der Garten stehen unter Denkmalschutz. Nach eigenen Angaben hat der Verein, den es seit 2013 gibt, eine Kommanditgesellschaft gegründet, über die Mitglieder entsprechend der Wohnungsgröße Anteile erwerben. Ursprünglich hatte die Gruppe geplant, auf dem Gelände der ehemaligen Ermekeilkaserne einen Neubau zu errichten.

Kernstück des Projekts ist die gemeinschaftliche Gestaltung des Alltags bei Wahrung der Privatsphäre. „Wir wollen auch das Quartier mitgestalten“ heißt es auf der Homepage des Vereins. Gute Nachbarschaft sei wichtig. Nach den Vorstellungen der Mitglieder soll der Gemeinschaftsraum auch für Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Auch die Nachbarn können ihn reservieren, kündigen die neuen Eigentümer an.