Kunstraum im KaBeTé in Ramersdorf

Kulturzentrum im Zimmertheater

Wolfgang Bansemer-Hoffmann (v.l.), Petra Marx-Kloß und Vanessa Topf (v.l.) bei einer Probe. FOTO: KUBIK

Wolfgang Bansemer-Hoffmann (v.l.), Petra Marx-Kloß und Vanessa Topf (v.l.) bei einer Probe. FOTO: KUBIK

Ramersdorf. Mit dem KaBeTé hat sich in dem alten Umspannwerk mitten in Ramersdorf ein kleines Kulturzentrum etabliert: Tanzimprovisation, Modern Dance, Yoga, Aikido, Schauspiel- und Gesangsunterricht – das Angebot, das die kleine Truppe um Vanessa Topf und Petra Marx-Kloß bietet, hat mittlerweile eine respektable Bandbreite angenommen.

„Wir kennen uns vom Theater Uhu“, erzählt Vanessa Topf. Bei dem Seniorentheater der Brotfabrik sind sich die damalige Regieassistentin und die Darstellerin Petra Marx-Kloß zum ersten Mal begegnet und waren einander sofort sympathisch: „Als sie vor vier Jahren die Räume hier im Rastenweg gefunden hatte, hat Petra mich sofort gefragt, ob ich nicht Lust hätte, die Theaterwerkstatt für Kinder zu leiten“, erzählt die junge Schauspielerin weiter.

Hatte sie offenbar, und inzwischen hat sich mit dem KaBeTé ein kleines Kulturzentrum in dem alten Umspannwerk mitten in Ramersdorf etabliert: Tanzimprovisation, Modern Dance, Yoga, Aikido, Schauspiel- und Gesangsunterricht – das Angebot, das die kleine Truppe um Topf und Marx-Kloß bietet, hat mittlerweile eine respektable Bandbreite angenommen. Marx-Kloß’ Traum war es, einen lebendigen Ort für Kunst, Bewegung und Therapie zu schaffen. Ein Vorhaben, das ihr klar gelungen ist: Seit zwei Jahren rundet nun mit dem „KUNSTraum ein kleines Wohnzimmertheater das Angebot ab.

Zimmertheater ohne Subventionen

Im April 2014 starteten die beiden Frauen gemeinsam mit Regisseur René Wedeward mit der ersten hauseigenen Inszenierung: „Das unerwartete Erwachen des Dr. Blume“ hieß das Premierenstück, das am 12. März erneut zu sehen sein wird. „Das Theater entstand aus dem Wunsch nach einer eigenen kleinen Bühne, auf der wir Künstlern die Möglichkeit geben wollten, ihre Arbeiten zu zeigen“, erzählt Topf. Ein Anspruch, dem man mit der Offenen Bühne gerecht wird; einem Abend, der ab morgen, Freitag, jedem die Chance eröffnen soll, einmal vor Publikum auf der Bühne zu stehen.

„Ganz egal, ob jemand ein Lied, einen Monolog, ein Gedicht oder einen Tanz präsentieren möchte, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt“, erklärt Topf das Konzept: „Es muss nur auf die Bühne unseres Zimmertheaters passen.“ Die Akteure erhalten freien Eintritt und haben außerdem die Möglichkeit, am Veranstaltungstag vorab an einem Workshop teilzunehmen.

„Da wir unser Zimmertheater ganz ohne Subventionen betreiben, übernehmen wir ehrenamtlich zusätzliche Aufgaben, um das Theater mit Leben zu füllen“, erzählen die beiden Frauen. Heilpraktikerin und Tanztherapeutin Marx-Kloß leitet auch das Theater; Schauspieler, Regisseur und Dozent Wedeward ist zugleich technischer Leiter, und die Schauspielerin und Theaterpädagogin Topf kümmert sich als Pressereferentin um die Öffentlichkeitsarbeit. „Die Künstler können in unserem Theater durch die intime Atmosphäre die Reaktionen des Publikums hautnah miterleben und sich im Anschluss mit den Gästen über den Abend austauschen“, schwärmen die beiden. Die unsichtbare Wand, die oft im Theater zwischen den Darstellern und dem Publikum herrsche, sei hier aufgehoben. Den Besuchern kann es durchaus passieren, dass ihnen an der Abendkasse die Karten vom Regisseur persönlich abgerissen werden.

Vier Vorstellungen der Offenen Bühne sind in diesem Jahr geplant. Premiere ist am 19. Februar. „Wir bieten auch anderen Veranstaltern an, unsere Bühne zu nutzen“, so Topf. So habe man mit dem Verein Hilfe für psychisch Kranke bereits im letzten Juni das Stück „Formel des Erwachsenwerdens“ produziert, und die Deutsch-Brasilianische Gesellschaft präsentiert mit „Cabo de Omar – legado de um Herói“ ein Theaterstück auf Portugiesisch.

Mehr Informationen zum Angebot und das volle Programm des Theaters findet man unter www.kabete.de.