Pilzbefall in Pützchen

Kopfpilz nun auch an Beueler Marktschule

Gesundheitsamts-Ärztin Sabine Kieth demonstriert an einer Versuchsperson den Bürstenabstrich, der mit einer Zahnbürste auf der Kopfhaut erfolgt.

Gesundheitsamts-Ärztin Sabine Kieth demonstriert an einer Versuchsperson den Bürstenabstrich, der mit einer Zahnbürste auf der Kopfhaut erfolgt.

BONN. Der hochinfektiöse Kopfpilz Microsporum audouinii ist auf die andere Rheinseite gewandert: Wie Vize-Stadtsprecher Marc Hoffmann gestern mitteilte, ist an der Marktschule in Pützchen bei einem Kind der Pilzbefall festgestellt worden.

Damit sind neben dem Montessori-Kinderhaus in Tannenbusch drei Schulen in Bonn von der Pilzinfektion betroffen. Jeweils einen Fall hatte die Stadt diese Woche von der Carl-Schurz-Schule in Tannenbusch und der Grundschule in Buschdorf gemeldet. Mit der Bekanntgabe der dritten Schule in Beuel hatte sie warten wollen, bis alle Eltern und Lehrkräfte dort in Kenntnis gesetzt worden sind. Das sei laut Hoffmann gestern erfolgt.

Eltern und Lehrer informiert

Insgesamt sind in Bonn inzwischen 14 Personen, darunter drei Erwachsene positiv getestet worden. Bei den drei Fällen an den Grundschulen sollen nun die Kontaktpersonen der Kinder per Bürstenabstrich getestet werden. Zudem sollen die Räume desinfiziert werden, in denen sich die erkrankten Kinder aufgehalten haben. Schließungen von Schulen hatte Schulamtsleiter Hubert Zelmanski am Mittwoch bei einer einer Pressekonferenz ausgeschlossen. Der Montessori-Kindergarten war hingegen fast drei Wochen geschlossen und während der Zeit desinfiziert worden. Bis die Ergebnisse der Bürstenabstriche in den aktuellen Fällen vorliegen, können drei Wochen vergehen.

Eine Meldepflicht für diese nicht lebensbedrohliche Erkrankung, die bis vor einigen Jahren in Deutschland so gut wie ausgerottet galt, besteht nicht mehr. Allerdings hält das städtische Gesundheitsamt eine Wiedereinführung der Meldepflicht zumindest für diskussionswürdig.