Immobilie in Oberkassel

Kirche muss Landhaus verkaufen

Das alte englische Landhaus, in dem der Kindergarten untergebracht ist, bildet das Zentrum des 2500 Quadratmeter großen Anwesens.

Das alte englische Landhaus, in dem der Kindergarten untergebracht ist, bildet das Zentrum des 2500 Quadratmeter großen Anwesens.

Oberkassel. In dem alten Landhaus von 1881 gibt es jede Menge Platz zum Spielen, Klettern und Toben, draußen wartet ein rund 2500 Quadratmeter großer Garten mit Sandkästen, Spielgeräten und alten Bäumen.

 Der Kindergarten der evangelischen Kirchengemeinde liegt wirklich idyllisch. Doch das Paradies bröckelt. Die Kirche muss das Haus verkaufen. „Wir müssten mindestens 300.000 bis 500.000 Euro in dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen investieren“, rechnet Udo Blaskowski vom Presbyterium vor. Geld, das die Gemeinde nicht hat. Deshalb soll die kircheneigene Immobilie an der Kinkelstraße in Höhe der Julius-Vorster-Straße in Oberkassel, die vom Kindergarten und der Gemeinde genutzt wird, jetzt komplett verkauft werden. „Eine andere Wahl haben wir nicht“, ergänzt Blaskowski. „Wir können uns das Gebäude einfach nicht mehr leisten.“

Es gibt bereits einen Interessenten für das charmante Anwesen. Ein Bonner Investor plant, dort ein Mehrgenerationenwohnprojekt zu realisieren. Dafür soll nicht nur das Haus behutsam renoviert werden. „Sondern es soll zudem ein Anbau im Garten entstehen“, weiß der Presbyter. Derzeit würden entsprechende Vorverhandlungen mit der Stadt Bonn geführt. Denn nicht nur die Denkmalschutzauflagen für das Gebäude müssten beachtet werden. „Auch der alte Baumbestand im Park steht unter Schutz“, erklärt Udo Blaskowski und betont. „Entschieden ist bisher noch nichts.“

Welcher Investor dort konkret bauen will, das will er jedoch nicht sagen. Allerdings hofft die evangelische Kirchengemeinde in Oberkassel, dass noch im Laufe des Jahres die entsprechenden Verträge unterschrieben werden. Selbst wenn Käufer und Verkäufer sich bald einig werden, so schnell müssen Erzieher und Kindergartenkinder keine Umzugskisten packen. „Wir haben die Zusage, dass wir das Gebäude während einer fünfjährigen Übergangsfrist weiter als Kindergarten nutzen können. In dieser Zeit müssen wir dann eine Lösung finden“, ergänzt Blaskowski. Wo der Kindergarten anschließend einziehen wird, das soll in dieser Zeit festgelegt werden.

Die Stadt Bonn bestätigt unterdessen, dass es eine Bauvoranfrage für ein entsprechendes Projekt gibt. Zuvor habe es schon einmal eine Anfrage gegeben, die von Seiten der Stadt positiv beschieden worden war.

„Mit einer Entscheidung ist in den nächsten Tagen zu rechnen“, erklärt Marc Hoffmann vom Presseamt. Anschließend muss allerdings noch ein Bauantrag gestellt und eine Baugenehmigung erteilt werden. „Grundsätzlich handelt es sich um ein bebaubares Grundstück. Ein Neubau entlang der Kinkelstraße ist möglich“, ergänzt der Stadtsprecher.